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Bielefelder Integrationsratsvorsitzender bezieht Stellung zu Äußerungen seines Paderborner Amtskollegen

Kritik nach Verteidigung des türkischen Militäreinsatzes

Bielefeld/Paderborn (WB/sb). Auch der Bielefelder Integrationsratsvorsitzende Mehmet Ali Ölmez hat den Paderborner Integrationsratschef Recep Alpan für seine Äußerungen kritisiert.

Rauch steigt über der syrischen Stadt Ras al-Ain auf, die zuvor durch die türkischen Streitkräfte bombardiert wurde. Foto: dpa

»Provokante Vorgehensweisen zu unterstützen, halte ich nicht für richtig«, sagt Ölmez dem WESTFALEN-BLATT. Dadurch mache er sich auch angreifbar. Als Integrationsratsvorsitzender trage man eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. So vertrete er in Bielefeld Menschen aus 159 Nationen. »Als Integrationsratsvorsitzender darf man sich nicht so äußern.«

Ölmez kritisierte auch, dass das Bielefelder Bezirksliga-Fußballteam Türk Sport vor einem Spiel am Wochenende mit dem türkischen Militärgruß salutiert hat. »Solche symbolischen Geste gehören nicht auf einen Fußballplatz, sondern provozieren nur.«

Im Amateurfußball beschäftigen sich die Sportgerichte mit Nachahmern des Salut-Jubels türkischer Nationalspieler.

Das sagte Alpan:

Recep Alpan, Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Paderborn und Vorstandsmitglied beim A-Ligisten Türk Gücü Paderborn, hatte sich mit dem türkischen Militäreinsatz in Syrien solidarisiert: »Es geht nicht um Besetzung, es geht um die Befreiung des Landes vom Terror«, sagte er dem WESTFALEN-BLATT.

»Dieser Einsatz gilt nicht den Kurden, er richtet sich nur gegen die PKK. Wir wollen Syrien von diesem Terrornetz befreien und uns vor der PKK schützen«, sagt dagegen Alpan und wirft gleichzeitig der UN Untätigkeit vor: »Was das türkische Militär macht, wäre eigentlich Aufgabe der Blauhelme gewesen.  Die PKK wird von der EU zwar als Terrororganisation eingestuft, aber hier steht nur die Terrormiliz IS im Fokus. Die PKK wird nicht als direkte Bedrohung gesehen.«

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