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Gericht: Modehaus muss Behandlungskosten ersetzen

Kundin stürzt durch Luke: Modehaus muss Schaden komplett ersetzen

Bielefeld/Hamm (epd). Ein Modehaus in Bielefeld muss nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Hamm (OLG) einer Kundin, die durch eine geöffnete Fußbodenluke gestürzt war und sich dabei verletzt hatte, die Behandlungskosten vollständig ersetzen.

Symbolbild. Foto: dpa

Die etwa zwei Meter mal 80 Zentimeter große Luke habe »eine überraschende Gefahrenquelle« dargestellt, auf die sich ein Kunde nicht einstellen müsse, entschied das Gericht in einem am Freitag veröffentlichten Urteil (AZ: 9 U 86/17 OLG Hamm). Es änderte damit ein erstinstanzliches Urteil des Landgerichts Bielefeld, das ein Mitverschulden der Kundin angenommen hatte (AZ: 4 O 21/15 LG Bielefeld).

Die damals 66-jährige Frau hatte im März 2014 in dem Bekleidungsgeschäft einen Pullover für ihre Tochter erwerben wollen, wie es weiter hieß. Im Gang zur Kasse übersah sie den geöffneten Schacht, der in den darunter gelegenen Bügelkeller führte, und stürzte hinein. Dabei brach sie sich den Angaben zufolge unter anderem den Oberarm und einen Innenknöchel.

Die in Dortmund ansässige Krankenkasse der Kundin verklagte demnach das Modehaus auf den vollen Ersatz der Behandlungskosten in Höhe von rund 21.000 Euro. Die Haftpflichtversicherung des Geschäftes hatte nur die Hälfte des Schadens beglichen. Eine kurze Ablenkung der Frau durch ein neben ihr stattfindendes Gespräch sei jedoch nicht als Mitverschulden zu bewerten, entschied der 9. Zivilsenat des OLG. Vielmehr habe das beklagte Bekleidungshaus eine gravierende Verletzung der Verkehrssicherungspflicht zu vertreten und schulde deswegen der Klägerin 100 Prozent Schadensersatz.

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