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Frau stiehlt wertvolles Bild aus dem Bielefelder Museum Huelsmann

Gemälde-Diebstahl: Verdächtige erneut gesichtet

Bielefeld

36 Stunden nach dem Kunstdiebstahl im Bielefelder Museum Huelsmann ist die mutmaßliche Täterin von Zeugen in Tatortnähe gesichtet worden. "Die Unbekannte soll gegen 10 Uhr am Freitag erneut im Bereich des Ravensberger Parks gesehen worden sein", berichtet Polizeisprecher Fabian Rickel.

Von Jens Heinze

Der Tatort, das Museum Huelsmann im Ravensberger Park gestohlen. Foto: Thomas F. Starke

Wie berichtet, war am Mittwochnachmittag aus dem Museum Huelsmann das wertvolle Gemälde „Portrait einer jungen Frau“ aus dem 16. Jahrhundert des niederländischen Malers Pieter Aertsen gestohlen worden. Eine bislang namentlich nicht bekannte Frau soll das Bild (Öl auf Holz, um das Jahr 1561 entstanden) aus dem Holzrahmen heraus getrennt und in einer dunklen DIN A3 großen Mappe mit einer roten Kordel unterm Arm ins Freie geschmuggelt haben.

Inzwischen konnten Kripoermittler des Kommissariats 14 die Tatzeit konkretisieren. Polizeisprecher Rickel: "Der mutmaßliche Tatzeitraum liegt neuen Erkenntnissen zufolge zwischen 15.50 Uhr und 17 Uhr."

Zeugen berichteten zudem, die gesuchte Frau vor der Tat am Mittwoch im Bereich Teutoburger Straße, Mühlenstraße und Webereistraße unweit des späteren Tatortes gesehen zu haben. In der Webereistraße sprach die Unbekannte offenbar einen Passanten gegen 15 Uhr an und erkundigte sich nach dem Weg zum Ravensberger Park. Zu diesem Zeitpunkt soll sie die Mappe, in welcher sie das Gemälde mutmaßlich später transportierte, noch nicht dabei gehabt haben.

"Es ist nicht auszuschließen, dass die tatverdächtige Frau ihr Erscheinungsbild für den Diebstahl des Gemäldes verändert hatte. So könnte sie ihr tatsächliches Alter durch den Einsatz von Schminke optisch gesenkt haben", sagt Polizeisprecher Rickel. Die Täterin könnte also älter sein als zunächst angenommen.

Das Gemälde „Portrait einer jungen Frau“ des niederländischen Malers Pieter Aertsen ist aus dem Museum Huelsmann gestohlen worden. Foto: Polizei

In ihrer ersten Öffentlichkeitsfahndung hatte die Polizei die Kunsträuberin wie folgt beschrieben: 22 bis 28 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß, schlank und mit einem europäischen Erscheinungsbild. Sie hat dunkle offene Haare, die über die Schulterlänge hinausgehen. Zudem war sie geschminkt und hatte ein sehr gepflegtes Erscheinungsbild.

Zeugen werden gebeten, Hinweise an das Kriminalkommissariat 14 unter Tel. 0521/5450 zu richten. Neben Hinweisen zur Identität der Frau und zur Tat ist auch ihr Bewegungsprofil vor und nach der Tat für die Ermittlungen relevant.

Dass die mutmaßliche Täterin vor dem Diebstahl aktiv Kontakt auf der Straße gesucht hat und 36 Stunden später wieder öffentlich tagsüber in Tatortnähe am Museum Huelsmann auftaucht deutet darauf hin, dass es sich nicht um eine Profi-Kriminelle handelt. Vielmehr scheint die Frau ortsunkundig zu sein.

Auch ein sogenannter "Klau auf Bestellung" im Auftrag eines Kunstliebhabers scheint damit weitgehend ausgeschlossen, wenn die Verdächtige weiter offen durch die Bielefelder Innenstadt spaziert.

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