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Bielefeld: Vor einer Generalsanierung fast vier Jahre Planung

Kunsthalle: Baubeginn frühestens im Jahr 2022

Bielefeld (WB). Eine Sanierung der Kunsthalle kann frühestens im Jahr 2022 beginnen, keinesfalls bereits 2020. Dieser frühere Termin, zu dem die Kunsthalle dann auch für mindestens 18 Monate geschlossen werden müsste, wurde bislang genannt.

Burgit Hörttrich

Allein die Vorbereitungs- und Planungsphase für eine Sanierung der Kunsthalle würde mindestens 45 Monate dauern. Foto: Bernhard Pierel

Inzwischen geht auch der Förderkreis der Kunsthalle davon aus, dass Vorbereitungen und Planungen für die Sanierung des Denkmals erst 2020 beginnen.

Die Vorbereitungsphase werde mindestens 45 Monate dauern, sagte der technische Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebes (ISB), Reinhold Peter. Die Kunsthalle sei schließlich nicht »irgendein Gebäude«. Man müsse sich der Aufgabe mit »großer Vorsicht und mit Respekt« widmen – nicht zuletzt auch vor der Leistung des Architekten Philip Johnson (1906-2005), der schließlich unter anderem mit dem »Nobelpreis für Architekten«, dem Pritzker-Preis, geehrt worden sei.

»Baudenkmal von überregionaler Bedeutung«

Reinhold Peter verweis darauf, dass das vor 50 Jahren eingeweihte »Baudenkmal von überregionaler Bedeutung« nur noch mit großer Mühe und hohem Aufwand in seiner Funktion als Museum aufrecht erhalten werden könne. So gebe es für die vor fünf Jahrzehnten verbaute Gebäudetechnik häufig keine Ersatzteile mehr, man müsse improvisieren. Die technischen Anlagen entsprächen nicht den aktuellen Anforderungen an Ausstellung, Unterbringung und Sicherung von Kunst. Zudem seien die Systeme (Klima, Heizung) auf dem energetischen Stand von vor 50 Jahren und im täglichen Betrieb ein hoher Kostenfaktor. Ebenfalls saniert werden müssten Dachkonstruktion und teilweise auch die Fassade.

Das Geld, was in eine Komplettsanierung investiert werde, würde sich auf Dauer amortisieren. Über die Dauer der eigentlichen Arbeiten und deren Kosten, so der ISB-Leiter, könne man »nur spekulieren«.

Im Jahr 2015 waren die Projektkosten noch mit 7,85 Millionen Euro beziffert worden. Anfang dieses Jahres nannte der ISB für das Jahr 2021 ein Investitionsvolumen von drei Millionen Euro, für die Folgejahre dann weitere 6,6 Millionen Euro.

Beschluss des Rates ist notwendig

Reinhold Peter betont, dass erst mit einem Beschluss des Rates die Planungsphase für eine Generalsanierung der Kunsthalle eingeläutet werden könne. Die 45 Monate würden sich somit ab Ratsbeschluss bemessen. Peter: »Schneller ist es nicht zu schaffen.« Es gelte nicht nur, die Planungsleitung nach den Richtlinien der Vergabeverordnung auszuschreiben (Dauer: sechs Monate), sondern anschließend alle Planungsschritte durchzuführen und im Idealfall dafür bei der Ausschreibung der Gewerke auch zügig Firmen zu finden. Peter: »Bei der Hochkonjunktur auf dem Bausektor ein weiterer Unsicherheitsfaktor.« Dazu komme die Feinabstimmung mit dem Denkmalschutz und unter Umständen mit dem Urheberrecht. Peter: »Bei der Generalsanierung eines so herausragenden Architekturdenkmals darf es keine Patzer geben.«

Offen ist, wann es einen Sanierungsbeschluss der Politik geben wird. In der kommenden Woche, wenn Oberbürgermeister Pit Clausen aus dem Urlaub zurück ist, soll es allerdings eine Vorlage für politische Gremien des Rates geben, in der es wohl auch um den Vertrag von Kunsthallen-Direktor Dr. Friedrich Meschede gehen soll. SPD, CDU und Grüne wollen den Vertrag, der bis Ende 2019 läuft, nicht verlängern.

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