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Kunsthalle Bielefeld zeigt ab März Ausstellung mit Arbeiten von Anna Oppermann

»Künstler sein«

Bielefeld (WB). Zum ersten Mal wird im musealen Kontext das Frühwerk der Künstlerin Anna Oppermann (1940-1993) gezeigt. Die Ausstellung wird am 22. März um 19 Uhr in der Kunsthalle eröffnet und ist bis zum 28. Juli zu sehen.

Frühwerk: Buntstift auf Hartfaserplatte (links) und Mischtechnik auf Hartfaserplatte (Ausschnitt). Foto: Nachlass und Galerie Barbara Thun

Zentrum der Ausstellung ist aber das umfangreiche Ensemble »Künstler sein (Zeichnen nach der Natur, zum Beispiel Lindenblätter)«, eines der Hauptwerke Anna Oppermanns, das 1977 auf der Documenta 6 in Kassel gezeigt wurde. Das Werk steht programmatisch für das Selbstverständnis einer neuen Künstlergeneration in den 1960er und 1970er Jahren, die Grenzen inhaltlich und formal in vielerlei Richtungen aufzubrechen suchte. Anna Oppermanns Kunst artikuliert den Anspruch, gleichberechtigt als Künstlerin neben ihren männlichen Kollegen wahrgenommen zu werden.

Ihre »Ensembles«, wie Anna Oppermann ihre Installationen nannte, stellen den Betrachter vor Herausforderungen. Sie bestehen aus einer unübersichtlichen Vielzahl von sorgfältig angeordneten Einzelteilen: Gegenstände, Fotos, Zeichnungen, Zeitungsausschnitte, Selbstgeschriebenes, Abgeschriebenes, Zettel, Fotos von den Zeichnungen und immer wieder Fotos von vorherigen Zuständen des Ensembles.

Fokus liegt auf dem Frühwerk von Anna Oppermann

Ein weiterer Fokus liegt auf dem Frühwerk von Anna Oppermann. Zu Beginn ihrer künstlerischen Karriere arbeitet Anna Oppermann mit dem »klassischen« Tafelbildformat, in dem sie komplexe Raumsituationen darstellt. In stilllebenartigen Arrangements und Interieurs tauchen bereits hier ihre Leitmotive auf. Der Schritt von der zweidimensionalen Fläche in den dreidimensionalen Raum ist bereits früh im Werk angelegt und kann in der Ausstellung als konsequente Entscheidung nachvollzogen werden.

Das Frühwerk Anna Oppermanns besteht neben zahlreichen Zeichnungen auf Papier und Karton aus Blei- und Buntstiftzeichnungen mit Collageelementen auf Hartfaserplatten, die in ihrer Motivik und Farbigkeit Einflüsse von Dada, Surrealismus und Pop-Art aufweisen. Zwischen 1965 und 1968 arbeitet Oppermann an Bildwelten, die zum einen die knallige Farbigkeit und die bunte Jugend- und Konsumkultur der Pop-Art zitieren und zum anderen eine eindeutige Nähe zu den Traum- und Fantasielandschaften der Surrealisten herstellen.

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