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Das neue Kinderzentrum ist das größte Spendenprojekt in der Geschichte Bethels

Kurz vor dem Baubeginn

Bielefeld (WB). Der Abriss des alten Kinderzentrums Bethel ist so gut wie abgeschlossen, im September soll mit den Gründungsarbeiten für den Neubau an derselben Stelle am Grenzweg begonnen werden. Während der Sommerferien hat die Stadt Bielefeld die Baugenehmigung für das 70 Millionen Euro-Projekt erteilt.

Burgit Hörttrich

Das alte Kinderzentrum ist abgerissen, im September sollen die Bauarbeiten für den Neubau beginnen; anders als auf dem Bild stehen die Fassadenfarben noch nicht fest. Foto: Bethel

Das Kinderzentrum Bethel, erläutern Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen und sein Stellvertreter Dr. Rainer Norden, sei das mit Abstand größte Spendenprojekt in der Geschichte Bethels. Die Hälfte der Investitionskosten, also 35 Millionen Euro, sollen aus Spendenmitteln finanziert werden. Bislang seien bereits 24,2 Millionen Euro eingegangen. Pastor Pohl: »Wir sind optimistisch, unser Ziel erreichen zu können.«

Im Kinderzentrum Bethel werden jährlich 50.000 Patienten ambulant und stationär versorgt – für die Bauzeit ist es im neuen Südostflügel von Gilead I untergebracht.

Das neue Gebäude werde die Zahl der Betten nicht wesentlich anheben, es entstehe ein Kinderzentrum nach neuestem Stand mit der Bündelung von Behandlung und Diagnostik auf 9500 Quadratmetern Nutzfläche.

Die Fertigestellung ist 2022 geplant

Es werde immer auch Elternbetten in den Zimmern der kleinen Patienten geben (96 normale Betten), dazu 40 Intensiv-Betten, ein Ambulanzzentrum und eine Notfallambulanz. Die Fertigestellung ist 2022 geplant.

Bereits bezogen ist die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Remterweg mit 27 stationären und 16 tagesklinischen Plätzen. Bislang gab es ein solches Angebot für psychisch kranke Kinder in Bielefeld nicht. Die Klinik sei voll ausgebucht, so Pohl.

Das Kinderzentrum, das zu den zehn größten Kinderkrankenhäusern in Deutschland gehöre, habe ebenso große Anziehungskraft auf Ärzte und Fachpersonal wie das Evangelische Klinikum Bethel selbst. Das wird Teil des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe der Universität Bielefeld. Für Rainer Norden ist das eine »historische Chance für die Region«. Bereits jetzt sei man in 21 Forschungsprojekte mit eingebunden.

Pohl: Ausbildung genießt höchste Priorität

Die Bündelung von universitärem und klinischem Wissen verspreche eine »Weiterentwicklung der Behandlungsqualität und der medizinischen Möglichkeiten«. Jetzt würden die ersten Berufungsverfahren für Professuren am künftigen Universitätsklinikum OWL erfolgen. Pastor Pohl verspricht sich durch die Medizinier-Ausbildung vor Ort, den Ärztemangel in der Region bekämpfen zu können. Auch für den Nachwuchs in den Pflegeberufen sei das Arbeiten an einer Uni-Klinik attraktiv.

Insgesamt, so Pohl, genieße Ausbildung höchste Priorität in Bethel. Weil es schwierig sei, Fachkräfte zu finden, werbe Bethel um Auszubildende. Während bundesweit nur knapp die Hälfte der 1942 Krankenhäuser Pflegefachkräfte ausbilden würde, habe das Evangelische Klinikum Bethel die Kapazität auf 445 Plätze in der Gesundheits- und Krankenpflege ausgeweitet. Neu seien die Schule für medizinisch-technische Radiologieassistenz mit 75 Plätzen und eine Physiotherapieschule mit 82 Plätzen.

Die Hälfte der Absolventen des Betheljahres (530 Plätze) machten, so Pohl, »anschließend eine Ausbildung oder absolvieren ein Studium in Bethel«.

Zum zweiten Mal lade Bethel in diesem Jahr zu einem Tag der Ausbildung ein: am 14. September von 10 bis 15 Uhr ins Haus Nazareth. Alle Bereiche stellten sich dort vor, auch der »Bildungscampus Bethel« mit der Fachhochschule der Diakonie und der kommunalen Rettungsdienstschule des Studieninstitutes Westfalen-Lippe.

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