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Bankhaus will Kündigungen vermeiden – Kritik an Stellenabbau

Lampe zahlt hohe Abfindung

Bielefeld/Düsseldorf (WB). Das der Familie Oetker gehörende Bankhaus Lampe will einen Großteil des angekündigten Abbaus von 38 der bislang rund 600 Stellen über freiwillige Abfindungsregelungen umsetzen. Die Resonanz auf ein entsprechendes Programm sei so groß, dass betriebsbedingte Kündigungen wohl weitgehend ausgeschlossen werden könnten, ist aus dem Umfeld der Privatbank mit Sitz in Düsseldorf und dem zurzeit im Umbau befindlichen Stammhaus in Bielefeld mit aktuell 68 Mitarbeitern zu hören.

Oliver Horst

Baustelle: die Niederlassung in Bielefeld. Foto: Schwabe

Aus der Belegschaft gibt es derweil Kritik, dass sich das Bankhaus von »engagierten, erfolgreichen und langjährig tätigen Mitarbeitern – teilweise mit Betriebszugehörigkeiten von 20 Jahren und mehr« trenne. »Dieses Vorgehen ist dem Bankhaus unangemessen und auch dem Gesellschafter, der Familie Oetker, unwürdig«, heißt es in einem Schreiben.

Das Bankhaus weist indes daraufhin, dass alle Schritte in enger Abstimmung mit dem Betriebsrat erfolgen. Die Notwendigkeit des Personalabbaus bestehe, weil einige Geschäftsfelder operativ defizitär seien, heißt es in der dem WESTFALEN-BLATT vorliegenden Betriebsvereinbarung zum Interessenausgleich. So hätten nur Sondereffekte wie die Veräußerung von Beteiligungen in der jüngeren Vergangenheit zu positiven Geschäftsergebnissen geführt.

Dresden und Bremen werden geschlossen

Klemens Breuer, seit Frühjahr 2018 Chef des Bankhauses, hat vor Wochenfrist die Schließung der Filialen in Dresden und Bremen mit acht Mitarbeitern angekündigt. Weitere Standorte befinden sich in Berlin, Bonn, Frankfurt, Hamburg, München, Münster, Osnabrück und Stuttgart sowie in London, New York und Wien.

Die Abfindungen sowohl im Freiwilligenprogramm als auch im Sozialplan bei etwaigen betriebsbedingten Kündigungen liegen deutlich über den geläufigen Sätzen. Demnach erhalten Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit 1,5 Monatsgehälter. In der Branche ist sonst eher die Hälfte üblich. Im Sozialplan sind noch 1,2 Monatsgehälter pro Jahr Betriebszugehörigkeit vereinbart. In Summe ist mit einem mittleren einstelligen Millionenbetrag zu rechnen. Bis Jahresende sollen 38 Stellen wegfallen, für sieben weitere Stellen ist eine Arbeitszeitreduzierung vorgesehen. Bei 14 Stellen verändere sich im Zuge der Neuausrichtung das Anforderungsprofil. Zugleich sollen aber auch zwölf neue Stellen geschaffen werden.

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