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Leitungswechsel im FZZ Bielefeld-Baumheide während der Sanierung der Einrichtung: Gertrud Imorde-Holland geht, Nils Bendrien kommt

Leben im Haus geht weiter – trotz Großbaustelle

Bielefeld-Baumheide

Mehr als 30 Jahre lang war sie das Gesicht des Freizeitzentrums (FZZ) Baumheide. Jetzt ist Gertrud Imorde-Holland in den Ruhestand gegangen. Gleichwohl kommt sie noch immer in „ihr“ FZZ, um ihrem Nachfolger Nils Bendrien, der am 1. September die Leitung übernommen hat, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen; zumal der Umbau und die Sanierung des Gebäudes noch im Gange sind.

Uta Jostwerner

Wachablösung auf der Brücke des FFZ Baumheide: Gertrud Imorde-Holland verlässt die Einrichtung nach 33 Jahren. Nils Bendrien ist ihr Nachfolger. Foto: Bernhard Pierel

Der Neue ist 35 Jahre alt und gebürtiger Bielefelder. Bendrien ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren. Er hat in Würzburg Sozialarbeit studiert und war danach für den Verein „Spielen mit Kindern“ tätig. „Ich brauchte eine neue Herausforderung und freue mich, in ein lebendiges Quartier zu kommen“, sagt der neue Leiter. Sobald der Betrieb – ohne Corona und in einem renovierten Haus – wieder voll angelaufen ist, soll nach Nils Bendriens Wunsch vermehrt die Kultur ins FZZ Baumheide einziehen. „Ich kann mir hier gut Musik-, Theater- und Bandprojekte vorstellen“, verdeutlicht er.

Entsprechende Spezialräume wird es im renovierten FZZ geben, denn der ehemalige Disco-Raum im Untergeschoss soll inklusive des angrenzenden Außengeländes künftig vollständig für die Jugendarbeit genutzt werden. Dort stehen nach dem Umbau mehrere neue Räume zur Verfügung.

Insgesamt wird das FZZ vollständig energetisch saniert und erhält neben einer neuen Außenfassade auch neue bodentiefe Fenster.

„Die Bereiche innerhalb des Hauses werden neu strukturiert. Außerdem soll auf dem Platz davor ein Café entstehen, so dass wir uns offener und wahrnehmbarer präsentieren können“, erklärt Gertrud Imorde-Holland.

Angepeilt ist ein Abschluss der Baumaßnahme bis Mitte 2021. Rund 6,5 Millionen Euro werden verbaut. Das Geld stammt aus städtischen Mitteln sowie dem Programm INSEK für integrierte Stadtenwicklung.

Zeitgleich mit Nils Bendrien hat eine neue Geschäftsführerin ihre Arbeit aufgenommen. Miriam Stock ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Sozialarbeit (GfS), die zusammen mit der AWO die beiden Bielefelder Freizeitzentren in Baumheide und Stieghorst betreibt. Stock ist 44 Jahre alt, verheiratet und lebt in Bünde. Sie ist sowohl ausgebildete Diplompädagogin als auch Betriebswirtin. „Ich kenne das FZZ Baumheide schon sehr lange und halte das Angebot für eine wichtige Säule im Quartier“, sagt Stock, die sich im Hintergrund um Personal- und Finanzangelegenheiten kümmert.

Aktuell läuft der Betrieb des FZZ eingeschränkt weiter. Kinder und Jugendliche werden in Gruppen bis maximal zehn Personen betreut. Auch die Beratungsstelle kann nach vorheriger Terminabsprache aufgesucht werden.

„Wir haben immer noch Leben im Haus und zugleich eine Großbaustelle“, sagt Imorde-Holland, die dem als problematisch geltenden Stadtteil über ihren Renteneintritt hinaus noch eine Weile erhalten bleibt: als Koordinatorin des Projekts Stadtteilmütter, das nach Sieker, Sennestadt und Jöllenbeck nunmehr auch in Baumheide eingeführt werden soll.

Stadtteilmütter sind gut integrierte Frauen mit Migrationshintergrund, die anderen Migrantenfamilien bei der Bewältigung des Alltags helfen; etwa bei Behördengängen und Arztbesuchen. Sie werden für ihre Aufgabe speziell geschult und erhalten für ihr Engagement eine Vergütung von 2400 Euro im Jahr.

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