Die Sennestadt GmbH lässt „nachhaltige Kanalrohre“ verbauen

„Lebensdauer: 100 plus x“

Bielefeld (WB)

Was bei gängigen Kunststoffen mit Blick auf ihre Umweltverträglichkeit von Nachteil ist, wirkt sich auf die Lebensdauer von Kanalrohren und ihren Verbindungselementen positiv aus: ihre Unverrottbarkeit. Diese macht sich jetzt die Sennestadt GmbH bei der Bebauung des Schillinggeländes mit der geplanten Klimaschutzsiedlung zunutze.

Markus Poch

So sehen die Rohrverbindungen unter der geplanten Klimaschutzsiedlung Sennestadt aus (von links): Techniker Stefan Rumpf (Firma Aliaxis), Bauleiter Gregor Striewe (Strabag), Carola Gärtner (Umweltamt), Bauplaner Sam Seyfzadeh (Firma Röver) und Investor Bernhard Neugebauer (Sennestadt GmbH) auf der Baustelle an der Paderborner Straße. Foto: Markus Poch

Das Baufeld an der Paderborner Straße ist, wie berichtet, bereits geräumt. Der Kanalbau hat mit dem Verlegen der 1,3 Kilometer langen Schmutzwasserkanalisation begonnen. Das Zukunftsweisende an dem ausgewählten Rohrsystem sei jedoch nicht der Baustoff Polyethylen (PE), sondern die Möglichkeit, die PE-Rohre über eine spezielle Schweißtechnik besonders ausdauernd miteinander verbinden zu können, erklärt Stefan Rumpf. Der Techniker des Muffenherstellers Aliaxis aus Mannheim behauptet gar: „Unser System hat keine Schwachpunkte, weil es keine Dichtungen gibt, die sonst die Schwachpunkte sind.“

Tatsächlich werden PE-Rohre und PE-Muffen nach dem so genannten Heizwendel-Schweißverfahren so zuverlässig miteinander verschmolzen, dass der Hersteller diesen Verbindungen ungeniert eine Lebensdauer von „100 Jahren plus x“ zuschreibt. „Dieses System wird niemals in eine Schadensklasse kommen, weil hier nichts kaputt gehen kann – sofern keiner reinbaggert“, sagt Stefan Rumpf.

Die lange Lebensdauer wie auch der zuverlässige Grundwasserschutz haben die Sennestadt GmbH letztlich davon überzeugt, sich beim Bau einer Klimaschutzsiedlung für diese Art der Verrohrung zu entscheiden und nicht für Rohre aus Steinzeug oder Beton. „Außerdem“, sagt Geschäftsführer Bernhard Neugebauer, „ist Polyethylen zu 100 Prozent recycelfähig.“

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