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Am 4. August wird erstmals Essen im Gemeinschaftshaus ausgegeben

Lebensmittelpunkt zieht nach Senne

Bielefeld (WB). Klaus Milsmann und sein Helferteam atmen auf: Der Lebensmittelpunkt hat ein neues Zuhause. Vom 4. August an ist das Gemeinschaftshaus an der Friedhofstraße 1 in Senne Anlaufstelle für Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Solange noch werden die Lebensmittel im Gustav-Münter-Haus ausgegeben.

Kerstin Sewöster

Dass die Zukunft des Lebensmittelpunktes mit dem baldigen Umzug ins Senner Gemeinschaftshaus gesichert ist, erleichtert alle Beteiligten (von links): Gerd Zaplin, Mitbegründer des Lebensmittelpunktes, Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt, Sozialdezernent Ingo Nürnberger, Monika Bochnia vom Presbyterium der Bartholomäusgemeinde in Brackwede, Lebensmittelpunkt-Leiter Klaus Milsmann, Helfer Heinrich Fißmer und Sennes Bezirksamtsleiter Eberhard Grabe. Die erste Ausgabe in Senne ist am 4. August. Foto: Kerstin Sewöster

Ein Jahr lang habe man verzweifelt versucht, in Brackwede einen neuen Standort zu finden, erläutert Klaus Milsmann, der die Arbeit im Lebensmittelpunkt koordiniert, die Odyssee der vergangenen Monate. Sie begann mit der Ankündigung der evangelischen Bartholomäusgemeinde, das Gustav-Münter-Haus zu verkaufen, in dem sich seit 18 Jahren immer freitags Menschen mit Bielefeld-Pass Lebensmittelspenden günstig abholen können.

Mit den Sommerferien sollen die Umzugsarbeiten beginnen. Bis am 4. August erstmals die Lebensmittel im Senner Gemeinschaftshaus an der Friedhofstraße ausgegeben werden, findet die Verteilung weiter im Gustav-Münter-Haus statt. Unverändert bleiben die Öffnungszeiten freitags von 14 bis etwa 17 Uhr.

Mit Handzetteln informiert

Man habe schon auf Handzetteln die Besucher über den bevorstehenden Ortswechsel informiert – in mehreren Sprachen und mit Zeichnungen, sagt Klaus Milsmann: »Für uns und unsere Gäste ist das eine Umgewöhnung, aber die Lage ist sehr gut«. Der neue Lebensmittelpunkt in Senne ist über die Linie 94 zu erreichen, die an der Bartholomäuskirche startet und nahe am Gemeinschaftshaus hält. In die Linie 36 kann steigen, wer mit der Straßenbahn bis zur Endstation Senne fährt. Und auch die Nordwestbahn kann genutzt werden, denn der Senner Bahnhof liegt ebenfalls nahe am Gemeinschaftshaus.

Froh ist auch die Bartholomäuskirchengemeinde darüber, dass der Lebensmittelpunkt ein neues Zuhause hat. Sie ist Trägerin der Einrichtung und wird dies auch nach deren Umzug bleiben. »Das war uns ganz wichtig«, betont Monika Bochnia, Mitglied im Presbyterium. Kirche stehe schließlich dafür, zu helfen, meint sie.

»Dass Ihre Arbeit wichtig ist, das wissen alle«, lobt Ingo Nürnberger. Der Sozialdezernent hatte sich bei der Suche nach einem Standort eingeschaltet, nachdem es während der jüngsten Versammlung der Kirchengemeinde zu heftigen Diskussionen darüber gekommen war, dass der Lebensmittelpunkt aus dem Gustav-Münter-Haus ausziehen muss. Die evangelische Gemeinde hatte sich zum Verkauf des Gebäudes am Stadtring entschlossen, um notwendige Einsparungen zu erwirken.

Eine von insgesamt acht Essen-Ausgabestellen

Das Jugendzentrum Stricker war im Gespräch für den Lebensmittelpunkt. Allerdings kollidierten die Ausgabezeiten mit dem Jugendangebot der Einrichtung. »Das Stricker macht freitags ab 17 Uhr Programm. Das wäre für Sie großer Stress geworden«, kommentiert Ingo Nürnberger.

Der Lebensmittelpunkt ist eine von insgesamt acht Essen-Ausgabestellen in ganz Bielefeld. Klaus Milsmann und sein Team sind zuständig für 270 Haushalte mit etwa 750 Personen aus Senne und Brackwede. Regelmäßig werden etwa 500 Personen aus 170 Haushalten mit Lebensmitteln versorgt. Wie groß der Anteil der Senner und der Brackweder Bürger ist, kann Milsmann nicht aufschlüsseln. »Wir führen darüber keine Statistik«, betont er.

Sennes Bezirksbürgermeister Gerhard Haupt freute sich, dass der Lebensmittelpunkt nach Senne kommt. Das Gemeinschaftshaus sei infrage gekommen, nachdem die Mieterin der zum Gebäude gehörenden Wohnung verstorben sei. Diese könne nun für die Lagerung der Lebensmittel genutzt werden, während im Saal die Essensausgabe stattfinde. Veranstaltungen wie zum Beispiel Senne live des Kulturkreises würden dort weiterhin stattfinden.

Klaus Milsmann lobt die Kooperationsbereitschaft des Senner Bezirksamtsleiters Eberhard Grabe. Der kündigte an, dass das Gemeinschaftshaus kostenlos zur Verfügung gestellt werde und Ausgaben zum Beispiel für Energie über andere Projekte finanziert würden.

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