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Carola Gessler bedankt sich bei Biekra-Notfallsanitätern

Lebensretter überraschen ihre Patientin in der Klinik

Bielefeld (WB). »Als ich hörte, wie sich die Männer am Empfang nach mir erkundigten, hat es mir zum zweiten Mal die Füße weggezogen«, sagt Carola Gessler (60). Die Herzinfarktpatientin bekam Spontanbesuch von ihren Lebensrettern im Klinikum Mitte. Und spendierte ihnen einen Präsentkorb.

Michael Diekmann

Eine Geste von Herzen (von links): Die beiden Biekra-Rettungskräfte Florian Düpmann und Jörn Brockmeier erkundigen sich im Klinikum nach Infarkt-Patientin Carola Gessler. Ehemann Gerd Gessler spendiert den Lebensrettern ein Präsent. Foto: Mike-Dennis Müller

»Die zwei Rettungskräfte der Biekra haben meiner Frau am vergangenen Donnerstag nach einem Herzinfarkt das Leben gerettet«, ist Ehemann Gerd Gessler (62) nach einem Gespräch mit dem Notarzt überzeugt. Den hatten Florian Düpmann (28) und Jörn Brockmeier (35) am Einsatzort sofort nachalarmiert, als sich der Zustand der Patientin dramatisch verschlechtert hatte.

Begonnen hatte das Unglück für Carola Gessler kurz nach Feierabend, donnerstags am 21. September. Zuhause in Milse, berichtet ihr Ehemann, war seine Frau plötzlich zu Boden gestürzt. Gessler reagierte sofort, rief den Notruf »112«. Und der erreichte die zwei Rettungskräfte der Biekra. »Wir waren am dichtesten dran«, erzählt Notfallsanitäter Brockmeier. Mit im Auto ist mit Florian Düpmann ein Zeitsoldat, der kurz vor der Abschlussprüfung zum Rettungssanitäter steht.

Untypische Symptome

Was Brockmeier sensibel machte: Die Patientin war wieder ansprechbar. Sie klagte, sagt der Fachmann, aber auch über Symptome, die nicht unbedingt typisch für einen Infarkt sind wie Schmerzen in Beinen oder Rücken. Die Rettungskräfte stabilisierten die Patientin und wollten sie, immer mit dem EKG verbunden, zum Rettungswagen bringen, als sich die Werte plötzlich arg verschlechterten. Brockmeier überlegte nicht lange, forderte sofort den Notarzt an. Es kam zum so genannten Rendezvous an der Feuerwache Nord. Brockmeier: »Als der Rettungshubschrauber landete, waren wir mit dem RTW auch schon da.« Der Notarzt übernahm, lobte nach dem Bericht von Gerd Gessler die beiden Sanitäter. Gessler: »Ihr beherzter Ruf des Notarztes hat meiner Frau wohl das Leben gerettet.«

Inzwischen hat Carola Gessler in der Kardiologie des Klinikums ihren Lebensmut zurück. Gebürtig aus Sachsen und mit Humor ausgestattet, scherzt sie auf dem Flur und spricht über ihr »zweites Leben«. Wäre da noch die außergewöhnliche Geste der Retter.

Im Bewusstsein geblieben

Sie hatten, erzählt Florian Düpmann, am Mittwoch einen Patienten eingeliefert und sich danach spontan entschlossen, sich nach Carola Gessler zu erkundigen. Es gebe, sagt Düpmann, Fälle, die seien außergewöhnlich, blieben im Bewusstsein. So wie die Sache mit dem EKG und dem Notarzt. Düpmann: »Wir sind glücklich, dass es ihr wieder so gut geht.« Auf Carola Gessler wartet eine Bypass-Operation in Bad Oeynhausen.

Dass sich Tage nach einem Einsatz Sanitäter nach einem Patienten erkundigen, findet Gerd Gessler sensationell: »In einer Zeit von Konkurrenz und Schnelllebigkeit ist das um so seltener geworden.« Logisch, dass der Mitarbeiter der Stadt einen Präsentkorb besorgte: »Ich bin einfach glücklich, dass alles so gut gegangen ist.«

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