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Irish Terrier spielt mit in „Die Jagd“ und übernimmt damit ihre zweite Theaterrolle

Lotti kennt kein Lampenfieber

Bielefeld (WB). Lotti mit ihren erst sechs Jahren hat schon reichlich Bühnenerfahrung. Der nächste Auftritt steht unmittelbar bevor: in der deutschsprachigen Erstaufführung von „Die Jagd“ an diesem Freitag im Stadttheater. Lottis Rolle: Sie spielt den Hund des Erziehers Lucas, der fälschlicherweise des Missbrauchs beschuldigt wird.

Burgit Hörttrich

Irish Terrier Lotti (6) spielt eine dramaturgisch wichtige Rolle in Michael Heicks’ Inszenierung „Die Jagd“. Premiere im Stadttheater ist an diesem Freitag. Eigentlich ist Lotti Familienhund im Haushalt des Intendanten. Foto: Thomas F. Starke

Dass Lotti der dramaturgisch wichtige Part übertragen wurde, ist kein Wunder: Schließlich ist Lotti ein Irish Terrier und lebt als Familienhund im Haushalt von Intendant Michael Heicks. Der führt auch Regie in „Die Jagd“ und er habe Lotti von der Rolle überzeugen können, sagt Heicks. Gagenverhandlungen hätten sich erübrigt, denn Lotti wisse längst, dass sie mit Leckerlis für ihren Auftritt belohnt wird. Sie gehe allein deshalb gern ins Theater, weil sie inzwischen wisse, dass es an Vorstellungstagen dort ihre Abendmahlzeit gebe. Zunehmen soll sie nämlich nicht. Lotti teile sich die Garderobe mit seiner Frau, der Schauspielerin Christina Huckle, habe dort ihren Platz, Wasser stehe bereit und von dort werde sie zu ihren Auftritten abgeholt.

Michael Heicks sagt, Lotti nehme ihr Engagement im Stadttheater „eher cool“ und, so seine Beobachtung, mache während der Proben nur, was sein muss, „nicht mehr“. Er setze da auf mehr Enthusiasmus, wenn Publikum im Saal ist. Lotti findet es gut, wenn viel los ist. Sie hat ein freundliches Wesen.“

Frühzeitig an Gesang gewöhnt

Dass sie sich auf der Bühne wohl fühle, zeige ein Probenvorfall: Während der Chor „One Voice“ mit 50 Sängerinnen und Sängern einen Choral eingeübt habe, habe Lotti sich einfach hingelegt und sei eingeschlafen. Er habe den Hund schon frühzeitig mit zu Chorproben genommen, um ihn an den Gesang zu gewöhnen – damit er nicht plötzlich anfängt zu bellen.

Er habe Vertrauen zu Lotti, die eigentlich den Namen Isetta von Donegan trägt. Heicks: „Ein agiler Hund, einer, den man nicht erziehen kann und der genau weiß, wie er seine Menschen dazu bringt, genau das zu tun, was er will.“

Lotti hat bereits Bühnenerfahrung: In der Inszenierung „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ war sie mit der Rolle eines schwedischen Polizeihundes betraut. Und obwohl sie damals erst ein Jahr alt war, habe sie ihre Sache gut gemacht. In „Kaleidoskop“ spielte Lotti im Video mit. Heicks: „Ein Super-Hund.“

Er ist froh, dass er nicht eine Unzahl von Genehmigungen für Lottis Mitwirken auf der Bühne einholen musste: „Weder Lotti noch ich machen das schließlich gewerblich.“

Noch ist offen, ob Lotti bei ihren insgesamt 13 Auftritten in dieser Spielzeit mit oder ohne Leine mitspielt. Michael Heicks: „Das hängt von der Tagesform ab.“

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