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Trauer im Bielefelder Tierpark Olderdissen um zwei der bekanntesten Tiere

Luchs Hannes und Hirsch Hansi sind gestorben

Bielefeld  (WB). Trauer in Olderdissen. Mit Hirsch Hansi und Luchs Hannes sind innerhalb weniger Tage zwei der bekanntesten Bewohner des Tierparks gestorben. Während Hansi schon 15 Jahre alt war und sein natürliches Alter erreicht hatte, kam der Tod von Hannes völlig überraschend.

Hendrik Uffmann

Hirsch Hansi war sein Alter schon anzusehen, wie dieses vor einigen Wochen aufgenommene Foto zeigt. Foto: Steve McAlpine

Denn mit elf Jahren war der Kater zwar in einem Alter, in dem Luchse in freier Wildbahn schon recht betagt sind, in Olderdissen aber werden die Luchse meist durchaus deutlich älter, wie Luchsin Lea beweist, die mit ihren inzwischen 17 Jahren immer noch die Chefin im Revier ist.

Bereits am 11. August ist Hannes nun gestorben – an einem Magengeschwür, das aufgebrochen ist. „Durch den starken und schnellen Blutverlust war Hannes dann sehr schnell tot“, sagt Tierparkleiter Herbert Linnemann.

Plötzlich Krampfanfälle

Noch um 11.30 Uhr hatte der Kater an dem Tag die Fütterung mitgemacht und mit Appetit die Rindfleisch-Happen verspeist, sagt Tierpflegerin Andrea Günnemann. Als Hannes dann zwei Stunden später auf dem Felsenhaufen im Gehege, seinem Lieblingsplatz, gesessen habe, habe er plötzlich Krampfanfälle gehabt, so Chef-Tierpfleger Markus Hinker.

Andrea Günnemann und er ­seien im Urlaub alarmiert worden und sofort in den Tierpark geeilt. Hinker: „Als wir zehn Minuten später vor Ort waren, war Hannes aber schon gestorben.“ Bei der ersten Untersuchung sei aufgefallen, dass Zunge und Zahnfleisch des Katers fast weiß waren, was auf ein aufgebrochenes Magengeschwür hingewiesen habe. Dies habe dann eine Untersuchung in der Pathologie in Detmold bestätigt, so Hinker. Das Geschwür habe einen Durchmesser von acht Zentimetern gehabt, so dass der plötzliche Blutverlust enorm gewesen sei.

Für reichlich Nachwuchs gesorgt

Hirsch Hansi war in Olderdissen zur Welt gekommen und hatte dort für reichlich Nachwuchs im Rotwild-Gehege gesorgt. Doch schon 2018 und 2019 im Herbst, wenn sich Hirsche normalerweise reichliche Feist anfressen, um für die anstrengende Brunftzeit gewappnet zu sein, habe Hansi kaum Gewicht zugelegt. „Es war ihm anzusehen, dass er ein alter Mann ist“, so Hinker.

Vor drei Wochen hatten die Pfleger dann festgestellt, dass Hansi Würmer hat – als einziger im Rotwildgehege – ein Zeichen dafür, dass sein Körper nicht mehr viele Abwehrkräfte gehabt habe. Die Wurmkur, die Hinker ihm daraufhin mit einer Spritze per Blasrohr verabreicht hatte, hatte jedoch angeschlagen.

Dass Hansi dann am Dienstag plötzlich stark abgebaut habe, sei deshalb trotz seines hohen Alters doch überraschend gekommen. Hinker: „Am Montag hatte er noch normal gefressen. Am Dienstag konnte er morgens nicht mehr aufstehen und hat am ganzen Körper gezittert.“ Damit er sich nicht quälen muss, hat Markus Hinker den Hirsch dann mit einem Gewehrschuss erlöst.

Der Nachfolger heißt Maik

Hansis Tod bedeutet auch einen Namens-Wechsel in Olderdissen. Denn während die Hirsche in dem Tierpark bereits seit Jahrzehnten traditionell Hansi hießen, lebt mit Maik schon ein Nachfolger mit neuem Namen in dem Gehege. 2019 hatte das Team um Herbert Linnemann den inzwischen zweijährigen Hirsch für die künftige Nachzucht nach Bielefeld geholt, er wird nun jetzt Hansis Rolle übernehmen.

Im Luchs-Gehege sei bei Lea und den drei Jungtieren, dem 2016 geborenen Mats und seinen Brüdern Fritz und Ole, die 2017 in zur Welt gekommen waren, zu spüren gewesen, dass sie auf Hannes Tod reagiert haben, sagt Andrea Günnemann. Und auch die Pfleger mussten dies erst verkraften.

Einen Nachfolger für Hannes wird es dort zunächst nicht geben, da Lea zu alt ist, um Nachwuchs zu bekommen, sagt Herbert Linnemann. Einer der jungen Luchse soll statt dessen demnächst noch abgegeben werden.

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