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Achtjährige Grundschülerin aus Bielefeld bastelt ein Modell der Müllverbrennungsanlage

Luises Mini-MVA kommt an

Bielefeld (WB)

Luise aus Stieghorst ist acht Jahre alt und geht in die Fledermausklasse der Martinschule in Bielefeld-Gadderbaum. Als dort im Sachunterricht das Thema Müll und Recycling behandelt wird, schaut sich die Grundschülerin auf Youtube ein „Willi will‘s wissen“-Video an, in dem gezeigt wird, wie eine Müllverbrennungsanlage funktioniert. „Das fand ich sehr spannend“, sagt Luise. Als in der gleichen Schulwoche im Kunstunterricht dann die Aufgabe gestellt wird, ein Kunstwerk aus Verpackungsmüll zu basteln, ist die Idee geboren: Luise bastelt die Bielefelder Müllverbrennungsanlage.

Arndt Wienböker

Die achtjährige Luise präsentiert ihr selbst gebasteltes Modell der Müllverbrennungsanlage Bielefeld. MVA-Geschäftsführer Stefan Pöschel zeigt sich begeistert: „Das Modell hat große Ähnlichkeit mit dem Original.“ Foto: Bernhard Pierel

Gemeinsam mit ihrem Vater Carsten Becker sitzt sie fortan jeden Abend an der Umsetzung des Projekts. In feiner Handarbeit entsteht aus Plastikbechern, Eisstäbchen, Papprollen von Toiletten- und Küchenpapier, Alufolie, Sand und Watte ein 60 Zentimeter breites und 35 Zentimeter hohes Modell.

„Wir haben einfach losgelegt. Beim Basteln sind uns immer neue Ideen gekommen“, sagt Vater Carsten. So ist die Mini-MVA auch noch mit Klinkersteinen, Warnschildern, Toren und Fenstern verziert worden. „Mein Hobby ist Kunstturnen, aber ich bastle auch gerne. Am meisten Spaß hat das Anmalen gemacht“, sagt Luise.

Nach zwei Wochen ist das kleine Kunstwerk fertiggestellt und steht seitdem im Kinderzimmer, wo Luise und ihr kleiner Bruder Elias gerne damit spielen. „Außerdem haben wir uns gedacht, wir schicken mal ein Foto an die MVA“, berichtet Carsten Becker. Dort kommt das Modell derart gut an, das MVA-Geschäftsführer Stefan Pöschel Luise und ihren Vater zu einem Ortstermin einlädt – coronabedingt nur vor der Tür. „Ich bin begeistert von der jungen Konstrukteurin. Das Modell hat eine große Ähnlichkeit mit dem Original. Vor allem die Proportionen sind sehr gut dargestellt“, lobt Pöschel.

Als Geschenk überreichte der MVA-Chef Luise am Donnerstag einen Stoff-Falken. „Seit einigen Jahren kommen jedes Jahr zwei Wanderfalken zu uns aufs Dach, die dort ihre Eier legen“, erklärt Pöschel. Der könnte sich auch vorstellen, das Kunstwerk aus Verpackungsmüll in der richtigen MVA auszustellen.

Doch das will sich Luise erst noch durch den Kopf gehen lassen. Zunächst muss sie ihr Modell der Klassenlehrerin vorlegen. „Wir bekommen dann Sternchen dafür“, sagt die Drittklässlerin. Stefan Pöschel hat sein Urteil bereits gefällt: „Das sind auf jeden Fall fünf von fünf Sternchen.“

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