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Weihnachtsgeschäft erfüllt die Erwartungen des Handels in OWL nicht

Manche Wünsche bleiben offen

Bielefeld/Paderborn (WB). Der Wunsch des Einzelhandels in Ostwestfalen-Lippe, dass das aktuelle Weihnachtsgeschäft die Bilanz des Jahres 2019 noch ins Positive dreht, erfüllt sich aller Voraussicht nach nicht. „Wir können froh sein, wenn die Geschäfte zum Jahresende einen Umsatz auf Vorjahreshöhe melden können“, lautete am Sonntag die Bilanz von Thomas Kunz, des Hauptgeschäftsführers des OWL-Handelsverbandes.

Bernhard Hertlein

Weihnachtsshopping in Paderborn: Andrea Brings packt für Edith Bentin in der Galeria Kaufhof ein Geschenk ein. Foto: Jörn Hannemann

Sehr groß ist die Hoffnung allerdings nicht. Wahrscheinlicher ist wohl, dass die Branche ohne das Onlineangebot sogar einen Rückgang melden muss. Einzig die Lebensmittelmärkte konnten 2019 noch zulegen, erklärte Kunz. Genaue Zahlen darüber, wie sich die Verkäufe im Internet entwickelten, gibt es noch nicht.

Bundesweit bis zu 14 Millionen Pakete täglich

Immerhin melden die Logistiker, dass im November und Dezember bundesweit täglich bis zu 14 Millionen Pakete transportiert und ausgeliefert werden. In Spitzenzeiten seien es sogar 19 Millionen. Der Logistikverband BIEK rechnet mit Zuwächsen um sieben bis acht Prozent im Vergleich zu Vorjahreszeitraum.

Dabei hatte der Handel an den vierten Adventssonntag große Erwartungen geknüpft. Trotz – oder sogar wegen? – des frühlingshaften Wetters zog es jedoch in OWL weniger Kunden zum Weihnachtseinkauf in die Städte als zum gleichen Datum 2018. Eine Rolle mag dabei gespielt haben, dass viele wegen des Ferienbeginns schon auf dem Weg in den Winterurlaub gewesen sind.

Besonders spürbar war der Rückgang Kunz zufolge während der Adventszeit an den Arbeitstagen in der Woche. Die Samstage und vor allem die verkaufsoffenen Sonntage hätten dort, wo sie stattfanden, mehr Zuspruch erhalten – aber eben nicht genug, um die Bilanz zu drehen.

Einzelhandel in OWL sieht keine neue Sonderentwicklung

Regional gesehen sieht der Einzelhandel in OWL keine neue Sonderentwicklung. Der Rückgang sei überall feststellbar – und überall gebe es Geschäfte, die sich trotzdem besser entwickelten als im Vorjahr. Immerhin habe sich der Trend weg von den Klein- und Mittelstädten hin zu den Oberzentren in Ostwestfalen nicht noch weiter verstärkt.

Ganz aufgeben will Kunz das Jahr 2019 aber noch nicht. Immerhin bieten dieser Montag und auch der 24. Dezember (in der Regel bis 14 Uhr) Gelegenheit zu Last-Minute-Einkäufen. Hier rangieren Parfümerie-Artikel an erster Stelle. Was die Branchen betrifft, so hängt vor allem bei den Spielwaren-Herstellern und bei Artikeln der Unterhaltungselektronik der Erfolg eines Jahres zu einem großen Teil vom Weihnachtsgeschäft ab. Auch Bücher und Schmuck sowie Konzert- und Theaterkarten sind traditionell beliebte Weihnachtsgeschenke.

Ebenfalls noch zu der Dezember-Bilanz zählen die Umsätze, die die Händler an den Tagen zwischen 27. Dezember und Silvester erwirtschaften. Wegen der seit Jahren steigenden Zahl an Gutschein- und Geldgeschenken will Kunz tatsächlich erst am 31. Dezember endgültig Bilanz für das Weihnachtsgeschäft und das dann abgeschlossene Jahr ziehen.

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