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Psychisch Verwirrter (61) wollte Tüte und Brief an jüdische Gemeinde übergeben

Mann vor Synagoge festgenommen

Bielefeld (WB). Polizisten haben am Montag vor der Synagoge an der Detmolder Straße einen 61-jährigen Bielefelder vorläufig festgenommen. Der offenbar psychisch verwirrte Mann hatte eine Plastiktüte und einen Brief dabei, den er angeblich Mitgliedern der jüdischen Gemeinde übergeben wollte.

Die Bielefelder Synagoge steht unter Polizeischutz. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Der Besatzung eines Streifenwagens – die Synagoge wird zum Schutz vor rechtsextremen Anschlägen rund um die Uhr von der Polizei überwacht – war die auffällige Verhaltensweise des 61-Jährigen aufgefallen. Die Polizisten hielten den Verdächtigen auf der Straße vor der Synagoge an und kontrollierten ihn.

Der Mann hatte einen Briefumschlag mit Verlautbarungen dabei, die jetzt vom für Extremismus zuständigen Staatsschutz der Polizei Bielefeld geprüft werden. Vermutungen, der Bielefelder habe einen Anschlag auf die jüdische Gemeinde verüben wollen, bestätigten sich nicht. „Es ging zu keiner Zeit eine Gefahr von dem Mann aus,“ erklärt Polizeisprecher Michael Kötter auf Anfrage.

Den Angaben des Polizeisprechers zufolge sei der 61-Jährige bereits polizeibekannt. Der Mann wurde vor der Synagoge von den Polizisten vorläufig festgenommen und zum Verhör gebracht. Der Bielefelder weise psychische Auffälligkeiten auf, sagte der Polizeisprecher. In der Nacht zum Dienstag sei der 61-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Die Festnahme des Bielefelders war nicht der erste Vorfall in diesem Jahr an der Synagoge. Im Spätsommer wurde ein anonymer Drohbrief an die jüdische Gemeinde geschickt. Ende April hatte ein Mann versucht, gewaltsam in die Synagoge zu kommen. Als das scheiterte, gestikulierte der Täter vor der Überwachungskamera am Eingang wild herum und bespuckte das Klingelschild.

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