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Befristet für Dauer des Weihnachtsmarktes – Kritik an geplanter Verlegung

Markthändler sollen zum Rathaus ausweichen

Bielefeld (WB/sas). Die Markthändler, die den samstäglichen Wochenmarkt auf dem Kesselbrink beschicken, sind sauer: Dass sie ihre Stände für Teile des Weihnachtsmarktes anderenorts aufschlagen sollen, passt ihnen nicht. Die Stadt will ihnen allerdings einen alternativen Standort anbieten: den Rathausvorplatz und angrenzende Bereiche.

Die Kesselbrink-Markthändler möchten nicht für den Weihnachtsmarkt weichen. Foto: privat

Die Markthändler ärgert, dass sie lediglich informiert worden seien, aber nicht das Gespräch mit ihnen gesucht wurde, schreibt Christian Claas in ihrem Namen. Zudem, kritisieren sie, zahlten sie Standgeld für den Kesselbrink für das ganze Jahr, hielten dort „die Fahnen hoch“ und brächten Leben auf den Platz. „Zu unserer stärksten Umsatzzeit sollen wir den Platz räumen“, klagt Claas – und das, wo man, anders als der Weihnachtsmarkt, eine „Versorgungspflicht mit Lebensmitteln“ hätte. Nicht zuletzt, fürchten die Wochenmarktbeschicker, müssten sie als Folge der Verlegung womöglich die meisten Mitarbeiter freisetzen. „Wir ... kommen uns vor wie das allerletzte Glied in der Kette.“

Weihnachtsmarkt muss entzerrt werden

Sozialdezernent Ingo Nürnberger geht auf die Kritik ein, schickt aber eines voraus: „Ob es einen Weihnachtsmarkt geben wird, steht aktuell in den Sternen. Das hängt wesentlich vom Infektionsgeschehen ab. Wenn wir nicht deutlich von der Dynamik wegkommen, wird es keinen Weihnachtsmarkt geben.“

Aber es gibt eine „Vorratsplanung“: Wenn die Traditionsveranstaltung denn stattfinden kann und soll, müsse der Weihnachtsmarkt in Coronazeiten deutlich entzerrt werden, sagt Nürnberger. „Dazu brauchen wir den Kesselbrink, weil er genug Platz bietet.“

Nutzungskonflikt

Dem Dezernenten ist klar, dass das einen Nutzungskonflikt mit den Wochenmarkthändlern bedeutet. „Aber es gibt eben auch ein großes Interesse daran, sechs Wochen einen Weihnachtsmarkt zu betreiben; er ist wirtschaftlich wichtig, aber auch kulturell und sozial.“

Nürnberger kann den Wunsch der Wochenmarkthändler nachvollziehen, in der auch für sie wichtigen Vorweihnachts- und Weihnachtszeit gute Umsätze zu erzielen. Deswegen soll es auch am kommenden Dienstag ein Gespräch geben, in dem ihnen als Ersatzstandort der Rathausplatz und die angrenzenden Bereiche als Ausweichstandort vorgestellt werden sollen. „Das Ordnungsamt hat genau nachgemessen, der Platz reicht für alle.“ Zudem, wirbt Nürnberger, solle die Regelung nur für wenige Wochen gelten, bedeute zudem eine Anbindung der Altstadt an den Kesselbrink.

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