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JVA Bielefeld-Brackwede wird erweitert – Der nächste Ausbau ist bereits in Planung

Mauerbau am Gefängnis beginnt

Ummeln (WB). Das Areal der Justizvollzugsanstalt (JVA) Bielefeld-Brackwede wächst in diesen Tagen sichtbar – und das mit großem Tempo. Seit Dienstag wird die Mauer zur Erweiterung der Haftanstalt auf einer Länge von 330 Metern aufgestellt. Und ein weiterer Ausbau des Gefängnisses in den nächsten Jahren zeichnet sich bereits ab.

Peter Bollig

Mitarbeiter der Firma Eudur stellen seit gestern die acht Meter hohen Segmente der neuen Gefängnismauer auf. Dahinter soll später ein neues Hafthaus der JVA Bielefeld-Brackwede (im Hintergrund mit der jetzigen Mauer) entstehen. Foto: Peter Bollig

Der Mauerbau markiert den Beginn der seit Jahren geplanten Gefängniserweiterung an der Umlo­straße an der Ostseite der Anstalt. Bevor das Land NRW das Gefängnis für den geschlossenen Vollzug um ein neues Hafthaus außerhalb des bisherigen Gefängnisgeländes erweitern kann, wird die Gefängnismauer um die Erweiterungsfläche herumgezogen. Dazu stellt die Baufirma Eudur aus Herzebrock-Clarholz seit gestern die vorgefertigten Mauersegmente auf. Die ersten 25 davon sind geliefert, die ersten 50 Meter der insgesamt 330 Meter langen Mauer aufgestellt worden.

Acht Meter hohe Mauerteile

Per Kran werden die Segmente in ein rinnenartiges Fundament gestellt – auch das besteht, wie Polier Berthold Sawitzki erklärt, aus vorgefertigten Betonelementen. Mit ihren acht Metern Höhe und einer wulstartigen Krone sollen die Mauerteile ein Überwinden unmöglich machen. Am 12. Dezember soll die Mauer dann komplett stehen.

Wenn die Umfriedung fertig ist, folgen nach Angaben von JVA-Leiter Uwe Nelle-Cornelsen zunächst Arbeiten in der Gefängniszentrale. Denn eine größere Justizvollzugsanstalt benötigt mehr Sicherheitstechnik und eine größere Monitorwand für die Kameraüberwachung. Im Frühjahr oder Sommer soll dann der Bau des L-förmigen Hafthauses 8 auf der neuen Fläche beginnen. Dazu wird die bisherige Außenmauer dann aufgebrochen.

Platz für 672 Häftlinge

Die Fertigstellung ist für Dezember 2020 geplant. Der Neubau soll anschließend genutzt werden, um die anderen Hafthäuser der 1977 in Betrieb genommenen JVA nach und nach zu sanieren. Durch die Erweiterung kann die Zahl der Häftlinge der regelmäßig überbelegten Haftanstalt von rund 540 auf dann 672 wachsen. Deren Fläche nimmt um 15.000 Quadratmeter zu.

Und die nächste Erweiterung der JVA Bielefeld-Brackwede ist in Vorbereitung, wie Uwe Nelle-Cornelsen dem WESTFALEN-BLATT sagte. »Es gibt Überlegungen, das Gefängnis auch nach Norden hin auszudehnen«, sagt der Anstaltsleiter. Dabei gehe es nicht um die Aufnahme weiterer Häftlinge, sondern um den Bau einer neuen Pforte und einer Werkhalle, in der die Insassen einer Arbeit nachgehen können.

Diese Erweiterung, so die ersten Überlegungen, könnte auf der Seite der jetzigen Pforte erfolgen. Dort befinden sich mehrere Reihenhäuser mit Wohnungen für Vollzugsbedienstete, die dem Land NRW gehören und die bereits teilweise leer stehen. Die Häuser würden dafür abgerissen. Der Liegenschaftsbetrieb des Landes (BLB) ist Uwe Nelle-Cornelsen zufolge mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden. Wann diese Erweiterung ausgeführt werden könnte, ist demnach aber noch völlig offen.

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