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Ehlentruper Weg und Artur-Ladebeck-Straße erste konkrete Projekte für Kooperation von Stadt Bielefeld und Radentscheid

Mehr Platz für die Radler

Bielefeld

Die Umgestaltung des Ehlentruper Weges zu einer Radfahrstraße und die Einrichtung einer eigenen Fahrradspur auf der Artur-Ladebeck-Straße sind die ersten Projekte, die in der Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Initiative Radentscheid im kommenden Jahr umgesetzt werden sollen. Auf der Artur-Ladebeck-Straße müssen dafür zwei der vier Fahrspuren eingezogen werden.

Michael Schläger

Trotzen auf dem Ehlentruper Weg dem Regen: (von links) Claudia Böhm, Michael Schem und Barbara Choryan. Foto: Thomas F. Starke

Auf mittlere Sicht werde es auch darum gehen, mit der Detmolder Straße eine weitere wichtige Hauptverkehrsstraße fahrradgerecht umzugestalten, sagt die städtische Nahmobilitätsbeauftragte Barbara Choryan am Dienstag bei einem Ortstermin am Ehlentruper Weg. Michael Schem, Claudia Böhm und Regine Meinerts, die den Radentscheid vertreten, sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen der Kooperation zwischen ihrer Initiative und dem städtischen Amt für Verkehr.

Im Sommer hatten die Stadt und der Radentscheid einen so genannten öffentlich-rechtlichen Vertrag geschlossen. In dem ist festgeschrieben, wie wichtige Ziele des Radentscheides, einem Bürgerbegehren zur Verbesserung des Radverkehrs in Bielefeld, umgesetzt werden können. 26.567 Unterschriften hatten die Aktivisten gesammelt. Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) hielt das Begehren zwar für rechtlich nicht zulässig. Die damalige Paprika-Koalition aus SPD, Grünen, Bürgernähe und Lokaldemokraten wollte aber die Stadt zur Umsetzung der Ziele des Bürgerbegehrens verpflichten. „Das geschieht nun etwa auch bei Straßen-Neuplanungen“, sagt Olaf Lewald, Leiter des städtischen Ames für Verkehr.

Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2021 soll getestet werden, wie der Ehlentruper Weg auf seinem 2,5 Kilometer langen Verlauf von der Bielsteinstraße bis zur Otto-Brenner-Straße fahrradgerecht umgestaltet werden kann. „Dazu ist es wichtig, dass der Verkehrsfluss für Autos unterbrochen wird“, so die Nahmobilitätsbeauftragte Choryan. Dies könne durch unterschiedliche Einbahnregelungen oder Poller geschehen. Am Umgestaltungsprozess sollen auch Anwohner und Anlieger der Straße beteiligt werden. Spätestens 2022 soll es dann eine endgültige Lösung für die Umgestaltung der Innenstadtstraße geben. Bauliche Veränderungen könnten dann nach und nach erfolgen. Geplant ist auch eine Verlängerung über die Rohrteichstraße bis in die Altstadt.

Anfang Februar muss der Stadtentwicklungsausschuss des Rates die Entscheidung der Bezirksvertretung Gadderbaum vom August bestätigen, wonach auf der Artur-Ladebeck-Straße ein geschützter Radfahrstreifen eingerichtet werden soll. Dies soll für den Bereich vom Brackweder Stadtring bis zum Adenauerplatz gelten. „Das könnte als Protected Bike Lane light geschehen“, so Lewald. Soll heißen: Der geschützte Radweg könnte zunächst mit geringen baulichen Veränderungen geschaffen werden. Aber auch an der Artur-Ladebeck-Straße gilt: Noch 2021 soll etwas passieren.

„Uns haben viele gefragt, wie es nach dem Vertragsabschluss mit der Stadt weitergeht“, sagt Michael Schem. An den Beispielen lasse sich erkennen, dass nun konkrete Maßnahmen folgten. Auf der Homepage des Radentscheids (www.radentscheid-bielefeld.de) soll ab Anfang kommenden Jahres auch ablesbar sein, was umgesetzt worden ist. Der Vertrag übernimmt nahezu komplett die elf Ziele des Radentscheides, also etwa pro Jahr mindestens fünf Kilometer geschützte Radwege an Hauptstraßen zu bauen oder Kreuzungsbereiche radverkehrsfreundlicher zu gestalten. Diese Ziele sollen innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden mit der Option einer einjährigen Verlängerung.

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