1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Millionenprogramm für die Bielefelder Feuerwehr

  8. >

22 neue Löschfahrzeuge sind schon in Betrieb – weitere Investitionen geplant

Millionenprogramm für die Bielefelder Feuerwehr

Bielefeld (WB). Neue Einsatzfahrzeuge, neue Technik, neue Schutzkleidung: Die Stadt Bielefeld hat in den vergangenen Jahren Millionen Euro in die Modernisierung von Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren investiert. Das Investitionsprogramm wird fortgesetzt. „Nächstes Jahr sind wir auf einem guten Stand, 2022 ist die Trendwende geschafft“, sagt Bielefelds stellvertretender Feuerwehrchef Carsten Kroll.

Jens Heinze

Die Feuerwehr hat 22 alte Löschfahrzeuge ausgemustert und stellt fortlaufend neue Autos in Dienst. Hier präsentieren (von links) Gordon Majewski, stellvertretender Feuerwehrchef Carsten Kroll und Jörn Bielinski ein Löschfahrzeug und ein neues Notarztauto. Foto: Heinze

Rückblick: Zu Beginn dieses Jahrzehnts machte in der Großstadt die Nachricht vom sogenannten „Murren in der Feuerwehr“ die Runde. In den Reihen der Feuerwehrleute rumorte es wegen der zunehmenden Überalterung der Technik.

Löschfahrzeuge haben eine Nutzungsdauer von 25 Jahren, heißt es bei der Feuerwehr. Im Jahr 2012 gingen aber bereits elf der 68 Löschfahrzeuge auf den Oldtimer-Status zu und waren 26 Jahre alt oder älter. Ohne das Investitionsprogramm wäre 2022 die Hälfte aller Löschfahrzeuge veraltet gewesen.

“Die Lieferzeiten betragen im Schnitt 18 Monate“

Als im Februar 2013 die Kommunalpolitiker des Stadtrates den neuen Brandschutzbedarfsplan verabschiedeten, wurden drei ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis Ende 2016, also innerhalb von knapp vier Jahren, sollten vor allem bei der Freiwilligen Feuerwehr die Oldtimer weitestgehend ausgemustert und gegen neue Löschfahrzeuge ersetzt sein. Die Vorgaben Nummer 2 und 3 lauteten: den Digitalfunk einführen und die alte Schutzbekleidung der Feuerwehrleute austauschen.

Während die Vorgaben 2 (Digitalfunk) und 3 (neue Schutzkleidung) längst erreicht sind, ist die Feuerwehr bei der Neubeschaffung von Fahrzeugen noch nicht im Ziel. Obwohl die Investitionen Feuerwehrangaben zufolge in den vergangenen Jahren von durchschnittlich 1,2 Millionen Euro auf 2,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt wurden, gab es dieses Jahr immer noch acht zu alte Löschfahrzeuge. Grund: Die Vorgabe aus dem Brandschutzbedarfsplan war nicht zu erfüllen.

Denn Feuerwehrfahrzeuge sind Spezialfahrzeuge, die es nicht von jetzt auf gleich zu kaufen gibt. “Die Lieferzeiten betragen im Schnitt 18 Monate“, sagt Gordon Majewski, bei der Berufsfeuerwehr zuständig für den Bereich Technik. Stehe dann das neue Löschfahrzeug auf dem Hof der Hauptwache am Stadtholz, würden drei weitere Monate für Prüfung, Einweisung und Bestückung mit Inventar benötigt.

„2022 Trendwende in Sachen Überalterung“

Immerhin – seit dem Jahr 2015 hat die Feuerwehr 22 neue Löschfahrzeuge bekommen, zitiert Vize-Wehrchef Kroll aus einer internen Aufstellung. Kommendes Jahr solle es sieben weitere Neuanschaffungen geben. Die Autos seien da stationiert worden, wo der Bedarf am größten gewesen sei – bei der Freiwilligen Feuerwehr. Die Kosten pro neuem Löschfahrzeug hätten durchschnittlich 350.000 Euro betragen.

2022, kündigt Kroll an, sei die Trendwende in Sachen Überalterung geschafft. Dann gebe es kein Löschfahrzeug mehr, das 26 Jahre oder älter sei. Immerhin machen die Löschfahrzeuge mit 68 Stück den größten Anteil unter den insgesamt 181 Feuerwehrautos aus.

„Auch bei der Berufsfeuerwehr sind wir dabei, einen Generationswechsel einzuleiten“, kündigt der stellvertretende Feuerwehrchef an. Was an Fahrzeugen bei der Berufsfeuerwehr ausgemustert werde, „geht in die Ausbildung oder an die Freiwillige Feuerwehr“.

Neben dem Modernisierungsprogramm bei den Löschfahrzeugen gibt es noch weitere „Baustellen“ bei der Feuerwehr. Als zu alt gelten weitere Autos wie acht der 29 Mannschaftstransporter, drei der fünf Einsatzleitwagen und neun der zwölf Feuerwehr-Pkw. Diese Fahrzeuge sollen ebenfalls nach und nach gegen neue ausgetauscht werden.

Stadt holt Angebote für den Kauf von 20 neuen Rettungswagen ein

Modernisiert wird ebenfalls für um die 4,2 Millionen Euro bei den Rettungsfahrzeugen der Feuerwehr. Die Stadt Bielefeld holt derzeit Angebote für den Kauf von 20 neuen Rettungswagen (RTW) ein. Darunter ist auch ein Fahrzeug, das es so bislang in Bielefeld nicht gibt: ein Klein-Lkw mit Hubbühne für besonders übergewichtige Patienten. Die neuen Autos sollen zum einen die RTW ersetzen, die nach sieben bis acht Jahren um die 270.000 Kilometer Laufleistung auf dem Tacho haben, sagt Jörn Bielinski, bei der Berufsfeuerwehr für den Rettungsdienst zuständig.

Die anderen RTW sind für die drei neuen Rettungswachen bestimmt. Diese sind geplant an der Altmühlstraße in Sennestadt sowie im Bereich Theesen (Standort noch unklar) beziehungsweise in Großdornberg (vermutlich neben dem Feuerwehr-Gerätehaus am Twellbachtal).

Wie Löschfahrzeuge gibt es auch die 20 neuen Rettungswagen nicht „von der Stange“. „Die Lieferzeit beträgt um die zwölf Monate“, sagte Rettungsdienst-Fachmann Bielinski. Der Kauf finde daher, auch abhängig vom Bedarf, in den Jahren 2020 bis 2023 statt.

Startseite