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Werbegemeinschaft Bielefeld-Sennestadt sucht dringend Vorstandsmitglieder – sonst droht das Aus

„Mir fehlt die Planungssicherheit“

Bielefeld

Es wird eng für die Werbegemeinschaft Bielefeld-Sennestadt. Wenn sich im ersten Halbjahr dieses Jahres keine Nachfolger für Schriftführerin Petra Waimann und Schatzmeister Christian J. Faul finden, steht der Verein vor dem Aus. Und das würde auch das Ende des Sennestädter Herbstes oder zum Beispiel der beliebten Abendflohmärkte bedeuten.

Kerstin Sewöster

Mit den Abendflohmärkten während der Sommermonate hat die Werbegemeinschaft Sennestadt Erfolgsgeschichte geschrieben. Im vergangenen Jahr fielen sie wegen Corona aus. Auch in diesem Jahr ist fraglich, ob sie stattfinden können. Foto: Kerstin Panhorst

Noch halten Vorsitzende Marion Winkler und ihr Stellvertreter Thomas Hausmann die Stellung, doch sind laut Vereinssatzung vier Vorstandsmitglieder erforderlich, um die zur Zeit etwa 70 Mitglieder starke Werbegemeinschaft zu erhalten. „Eine Person hat sich gemeldet, die wirklich sehr interessiert ist“, sagt Marion Winkler.

Wegen der Pandemie habe allerdings noch kein persönliches Gespräch stattgefunden. Und: Nur eine Verstärkung im Vorstand reicht nicht. Die Vorsitzende hofft nun, dass sich bis spätestens Ende April, besser noch früher, jemand meldet, denn die entscheidende Versammlung findet laut Satzung in der ersten Hälfte des Jahres statt.

Zur Not könne sie auch verschoben werden wie im vergangenen Jahr, in dem die Versammlung wegen Corona erst im September abgehalten werden konnte. Doch für mögliche Planungen ist es dann ohnehin viel zu spät, betont Marion Winkler, dass ihr nicht nur die Personalnot im Vorstand zu schaffen macht.

„Mir fehlt die Planungssicherheit“, sagt die 60-Jährige. Sie könne nicht den Sennestädter Herbst planen, ohne zu wissen, ob es die Werbegemeinschaft dann noch gebe. Auch setzt das aktuelle Pandemiegeschehen hinter alle Veranstaltungen ein Fragezeichen. Wie in allen anderen Bezirken fielen die Veranstaltungen in 2020 komplett aus. „Wir hätten im August und September wohl Abendflohmärkte veranstalten können, aber es wurde uns sehr schwer gemacht“, bedauert die Vorsitzende.

Seit der Reichowplatz nicht mehr im Besitz der Sennestadt GmbH ist, sondern als öffentliche Fläche der Stadt Bielefeld gewidmet ist, hätten sich die Nutzungsgebühren verfünffacht. Den Standpreis für die ausschließlich privaten Flohmarkthändler von zehn Euro hätte die Werbegemeinschaft nicht aufrechterhalten können. Zugleich hätten die coronabedingten Hygieneauflagen viel weniger Händler zugelassen und das Aufstellen mobiler Toiletten erfordert, weil die Nutzung der Restauranttoiletten nicht erlaubt gewesen sei.

Unzufrieden zeigt sich Winkler auch mit Blick auf den Sennestädter Herbst, den sie gerne verkleinern und auf den Reichowplatz beschränken würde. Das würde die zweite Bühne an der Elbeallee sowie Straßensperrungen und Busumleitungen sparen. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass der Wochenmarkt ausnahmsweise nicht am Samstag stattfinden würde.

„Zwei Gesprächstermine waren angesetzt, aber eine Verständigung hat es nicht gegeben“, sagt Marion Winkler, die darauf hinweist, dass in anderen Bezirken sehr wohl die Wochenmarkttermine in Ausnahmefällen verlegt würden.

Die Vorsitzende hofft jetzt auf engagierte Mitstreiter. Das wäre besonders wichtig wie sie sagt, weil sie selbst auch kürzer treten möchte. Vorstellen könne sie sich zum Beispiel, einem neuen Vorsitzenden als Vorstandsmitglied beizustehen.

Kurz nach der Gründung der Werbegemeinschaft sei sie beigetreten, habe sich mindestens sechs Jahre lang im Vorstand engagiert. „Die Luft ist raus, es gibt langsam auch andere Interessen und jünger wird man auch nicht“, sagt Winkler. Trotzdem: Kampflos aufgeben will sie die Werbegemeinschaft Sennestadt nicht.

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