1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Mit Mobiel-Sprinter Antonflexibel durch Sennestadt

  8. >

Kleinbus kommt seit Montag auf Anforderung per Telefon oder App – mit Video

Mit Mobiel-Sprinter Antonflexibel durch Sennestadt

Bielefeld (WB). Zwei Busse in Sprinter-Größe machen die Menschen in Sennestadt seit diesem Montag mobiler. Der Verkehrsbetrieb Mobiel hat dort sein neues Angebot mit dem Namen Anton gestartet, noch 2019 sollen die Busse auch in Jöllenbeck rollen.

Peter Bollig

Vor dem Sennestadthaus ist eine von 600 Haltestellen, die Sprinter-Bus Anton ansteuern kann. Foto: Bernhard Pierel

Wer mit Anton fahren will, muss nicht an einer Haltestelle warten, sondern fordert den Bus einfach an. Mobiel-Geschäftsführer Martin Uekmann sieht in diesem Angebot eine Ergänzung zum bestehenden Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), einen neuen Baustein im Mobilitätskonzept in den Randgebieten. Das Angebot erstreckt sich in Sennestadt vor allem auf die Randzeiten: Anton verkehrt montags bis samstags von 20.30 bis 1 Uhr, sonntags von 9 bis 1 Uhr. In Jöllenbeck sollen die so genannten On-Demand-Busse später dann montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr fahren.

600 mögliche Haltepunkte

Und so funktioniert’s: Wer Anton nutzen möchte, muss sich einmal per E-Mail und mit Handy-Nummer registrieren, wie Projektleiter Sebastian Löbbert erklärt. Dabei helfen bei Bedarf die Kundenzen­tren von Mobiel und das DRK im Sennestadthaus. Per »FlowBie Anton«-App auf dem Smartphone oder telefonisch unter 0521/51-1514 wird der Bus angefordert. Nutzer sagen, wo sie sind und wo sie innerhalb des Stadtbezirks hinwollen.

Die App oder der Anrufservice informieren über die nächsten Haltestellen an Start und Ziel. »Maximal 200 Meter«, sagt Löbbert, seien die Haltepunkte vom gewünschten Start- und Zielort entfernt. So verteilen sich auf Sennestadt rund 600 Haltepunkte – als »virtuelle« Haltestellen, die im Plan verzeichnet, nicht aber vor Ort an der Straße gekennzeichnet sind, wie Cornelia Christian erklärt, Leiterin des Mobiel-Kundenmanagements.

Entwickelt wurde die digitale Steuerung des Angebotes vom Dienstleister Viavan. Dahinter stecke eine »ausgeklügelte Routenberechnung«, sagt Estelle Merle von Viavan, die es möglich mache, dass für die Kunden möglichst kurze Warte- und Fahrzeiten entstünden, selbst wenn mehrere Fahrgäste gleichzeitig Anton in Anspruch nähmen. Kunden würden zudem über die Wartezeit informiert.

1,50 Euro kostet die Fahrt, bezahlt wird bar oder per Kreditkarte, bald auch via Paypal. Sieben Fahrgäste haben Platz, dazu ein Rollstuhlfahrer. »Wir gehören zu den Pionieren, sind eine der ersten Städte, die einen On-Demand-Bus anbieten«, sagt Uekmann. Die Bürger sollen dort besser versorgt werden, wo »wir keinen starken ÖPNV haben«, so der Geschäftsführer.

AST fährt noch einen Monat

Bisher gebe es in Sennestadt zwar das Anruf-Sammel-Taxi (AST) als Zusatzangebot, sagt Cornelia Christian. Das fahre aber nur auf den ÖPNV-Linien. Und Bieta-Vorstand Spyridon Athanasiou weiß aus Sicht der Taxi-Unternehmen: »Drei bis vier Mal am Tag wird zwischen 20 und 1 Uhr ein Anruf-Sammel-Taxi in Sennestadt angefordert.« Das AST-Angebot bleibt Christian zufolge in Sennestadt noch einen Monat bestehen, werde dann eingestellt.

Unterstützung für Anton gab’s vom NRW-Verkehrsministerium. Dessen Vertreter Dr. Dirk Günnewig lobt das Projekt, weil man »mit weniger Verkehr besser mobil ist«. Anton sei einfach zu nutzen und trotzdem flexibel. Und Mobiel-Aufsichtsratschef Jens Julkowski-Keppler sieht darin die Chance, »mehr Leute zu bewegen, in den ÖPNV einzusteigen«.

Startseite