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Jugendverbände und Jugendeinrichtungen rufen zur Teilnahme an der U 18-Wahl auf

»Mit Politik vertraut machen«

Bielefeld (WB/hz). Die Rechtslage ist klar: Wer bei der NRW-Landtagswahl am 14. Mai seine Stimme abgeben will, der muss mindestens 18 Jahre alt sein. Jugendliche von 16 Jahren an, die bereits bei der Kommunalwahl mit abstimmen dürfen, bleiben am übernächsten Sonntag außen vor.

Mit Wahlurnen und Stimmzetteln werben (von links) Katja Häckel, Lena Börner, Jonas Rottschäfer und Jürgen Ennen für die Teilnahme an der U 18-Wahl. Foto: Jens Heinze

Bielefeld macht allerdings eine Ausnahme. Hier dürfen Kinder und Jugendliche an diesem Freitag ihre Kreuze auf dem Stimmzettel machen. Allerdings nicht bei der richtigen NRW-Landtagswahl, sondern bei der U 18-Wahl (Wahl für unter 18-Jährige). Das ist eine Abstimmung quasi zum Üben der Demokratie.

Es geht um die Belange von Kindern und Jugendlichen

»Es geht nicht um eine besonders hohe Wahlbeteiligung. Sondern es geht darum, Kinder und Jugendliche mit Politik vertraut zu machen. Denn Politik hat auch immer etwas mit den Belangen der Kinder und Jugendlichen zu tun«, erklärt Katja Häckel vom Bielefelder Jugendring. »Kinder und Jugendliche haben eine klare Meinung. Und diese Meinung soll gehört werden«, lautet ihr Fazit.

Der Jugendring, das Bezirksjugendwerk der Arbeiterwohlfahrt OWL, der CVJM Bielefeld und Jöllenbeck sowie das Jugendzentrum HoT Senne und das Kinder- und Jugendhaus (KiJu) Brake werben in der Stadt für die Teilnahme an der U 18-Wahl. Für »eine der größten, parteipolitisch unabhängigen Bildungsinitiativen in Deutschland« (Katja Häckel) gibt es Kooperationen inklusive entsprechender Vorbereitung im Unterricht mit der Realschule Jöllenbeck, der Gesamtschule Schildesche und der dortigen Marienschule.

Projektwoche im KiJu Brake

Im KiJu Brake läuft aktuell sogar eine ganze Projektwoche dazu. Um »das ganze System Wahl zu erklären und neugierig zu machen«, wie Jürgen Ennen vom CVJM Jöllenbeck es auf den Punkt bringt. Die Ergebnisse seien überraschend: »Junge Wähler wählen anders. Sie geben kleinen Parteien den Vorzug.« So könne es sein, dass die Tierschutzpartei besser als die etablierten Parteien abschneide.

Abgestimmt wird bei der U 18-Wahl wie im richtigen Leben: im Wahllokal geheim in der Wahlkabine, auf dem der NRW-Landtagswahl nachempfundenem Stimmzettel, der in die Wahlurne geworfen wird. Jeder unter 18 Jahren kann kommen, ohne wie bei den Erwachsenen Ausweis oder Wahlbeteiligung vorlegen zu müssen. Teilnehmen können theoretisch alle Kinder »von null bis 18 Jahren«, sagt Katja Häckel vom Jugendring.

Praktisch seien es aber vor allem die Jugendlichen von 15 bis 17 Jahren, die bei der U 18-Wahl für ihr späteres demokratisches Recht üben würden, erklärt Lena Börner vom Bezirksjugendwerk der AWO. »Hauptsächlich kommen die, die kurz davor sind, selbst wählen zu dürfen«, berichtet Börner von einem U 18-Wahltestlauf am 22. April auf dem Jahnplatz. Dort seien jedoch längst nicht alle Kinder und Jugendliche der spontanen Einladung zur Wahl gefolgt. »Wir haben auch relativ viele Absagen bekommen.«

Ergebnisse am Freitag im Netz

An diesem Freitag kann in Bielefeld an folgenden Orten gewählt werden: CVJM Bielefeld, Kreuzstraße 19, von 14 bis 19 Uhr; CVJM Jöllenbeck, Schwagerstraße 9, von 19 bis 21 Uhr; HoT Senne, Buschkampstraße 147, von 12 bis 18 Uhr; KiJu Brake, Glücksstädter Straße 25, von 15 bis 19 Uhr.

Das Ergebnis zur U 18-Wahl gibt es im Internet unter dem Link www.u18.nrw.de. Erste Hochrechnungen sind an diesem Freitag von 17 Uhr an zu sehen.

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