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Evangelisches Klinikum Bethel (EvKB) investiert fünf Millionen Euro in neue Stationen

Moderne Krebstherapie im Johannesstift

Bielefeld (WB). Fünf Millionen Euro hat das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) im Johannesstift in die Stationen Onkologie und Palliativmedizin investiert sowie in die ambulante Betreuung von Krebspatienten. Nach dreijähriger Umbauphase wird der Betrieb an diesem Donnerstag aufgenommen.

Kerstin Sewöster

Symbolisch greifen Dr. Maren Thäter, Vorsitzende EvKB-Geschäftsführerin, und Chefarzt Prof. Dr. Florian Weißinger, zum Umzugskarton. Nach dreijähriger Umbauzeit wird in den neuen Stationen der Onkologie und Palliativmedizin der Betrieb aufgenommen. Foto: Kerstin Sewöster

Über 32 Betten verfügt die Klinik für Innere Medizin, Hämatologie/Onkologie, Stammzelltransplantation, hinzu kommen zehn Betten auf der Palliativstation. Was sich früher über zwei Stockwerke erstreckte, befindet sich jetzt optimiert auf der dritten Etage. 1700 Menschen werden jährlich stationär in Onkologie und Palliativstation betreut.

Augenscheinlich ist für die Patienten, die vornehmlich an Krebs erkrankt sind, die angenehme Atmosphäre in den Zimmern, Fluren und Aufenthaltsräumen. Gedeckte Farben, medizinische Leuchten, die in die Zimmerdecke integriert sind und gedimmt werden können: Die Menschen sollen sich so wohl wie möglich fühlen, auch wenn die Diagnose Krebs das Leben auf den Kopf gestellt hat und die nachfolgenden Behandlungen Körper und Seele belasten.

Schutz vor gefährlichen Keimen

Wo früher Drei-Bett-Zimmer Standard waren, gibt es jetzt Zwei-Bett- und Einzelzimmer. Die Möglichkeit, Patienten in insgesamt sechs Einzelzimmern unterzubringen, ist nicht nur dem Komfort geschuldet, sondern verbessert vor allem die Möglichkeiten, vor gefährlichen Keimen zu schützen. Das ist insbesondere für Menschen wichtig, die in ihrer Immunabwehr geschwächt sind.

Auf der hämatologischen Station, auf der Bluterkrankungen wie Leukämie behandelt werden, werden Patienten nach der Modernisierung noch besser geschützt. Das Evangelische Klinikum Bethel hat in spezielle Luftfilter investiert, die einen ganzen Stationsbereich keimarm machen, wie Chefarzt Prof. Dr. Florian Weißinger erklärt. Patienten mit Leukämie oder zum Beispiel mit Lymphomen, die früher auf ihrem Zimmer bleiben mussten, haben nun mehr Bewegungsfreiheit.

Teil der millionenschweren Investition im Johannesstift ist auch die Modernisierung der Hämato-onkologischen Therapieambulanz (HOT), die bereits seit einem Jahr in Betrieb ist. Neben dem Behandlungsraum mit acht Therapiestühlen, gibt es Doppelzimmer sowie zwei Einzelzimmer. 11.000 Menschen werden jährlich im HOT versorgt. Manche müssen pro Therapiesitzung bis zu acht Stunden lang ausharren. Positiv werde aufgenommen, dass das HOT über einen separaten Eingang zu erreichen sei, mithin weniger Menschen den Bereich durchquerten und mehr Ruhe herrsche, weiß Robert Schwarz, Pflegerische Klinikleitung.

24 Quadratmeter großer barrierefreier Balkon

Mit dem Umbau und der Modernisierung verbessert sich nicht nur die Aufenthaltsqualität für die Patienten. Auch für die Ärzte und das Pflegeteam mit 42 Mitarbeitern bieten sich nun neue Möglichkeiten. „Wir wollen das Zentrum sein, wo Abteilungen eng zusammenarbeiten, sagt Dr. Maren Thäter, Vorsitzende der EvKB-Geschäftsführung. Thäter: „Es hat einen großen Stellenwert, wenn die Patienten den Behandler nicht wechseln müssen.“

Eine ruhige Umgebung zu schaffen, war den Planern für alle Stationsbereiche wichtig. Das gilt insbesondere für die Palliativstation, auf der Menschen versorgt werden, deren Erkrankungen nicht geheilt werden können. Die Zahl der Betten erhöhte sich von acht auf zehn. Und auch in diesem Bereich wird auf Atmosphäre gesetzt. Geplant ist, an die Station einen 24 Quadratmeter großen, barrierefreien Balkon zu setzen, auf dem Platz für ein Krankenhausbett ist. Maren Thäter: „Es soll möglich sein, in Zeiten des Abschieds und der Ruhe den Himmel sehen zu können.“

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