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Breite Unterstützung für den „Bahnhof Bethlehem“ am 24. Dezember

Momente der Ruhe

Bielefeld (WB). „In Nordrhein-Westfalen gibt es keinen anderen Bahnhof, in dem am Heiligabend ein Gottesdienst gefeiert wird“, ist sich Werner Schulze (Deutsche Bahn AG) sicher. Der Bielefelder Hauptbahnhof dagegen wird bereits seit 2012 am Heiligabend zum „Bahnhof Bethlehem“; zum dritten Mal gehören evangelische und katholische Kirche, Heilsarmee, Caritas, Diakonie und Bahnhofsmission, dazu etwa 30 freiwillige Helfer, zu den Mitveranstaltern.

Burgit Hörttrich

Matthias Blomeier (links) und Christian Bald halten das Plakat für den „Bahnhof Bethlehem“ am 24. Dezember; hinten (von links) Werner Schulze, Josefine Georgi, Marc Korbmacher, Manfred Simon und Michael Geymeier. Foto: Bernhard Pierel

Ziel, so Superintendent Christian Bald, sei es, Gemeinschaft zu schaffen auch für Menschen, die sonst keinen Heiligabend feiern könnten. Der Bahnhof, so Christian Bald, sei ein Ort, an dem erlebbar werde, wie die Friedensbotschaft in alle Welt hinaus getragen werde.

Beginn in der Bahnhofshalle ist am 24. Dezember um 18.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst, den Superintendent Bald, Pastor Herbert Bittis (St. Johannes-Baptist Schildesche) und Sozialpfarrer Matthias Blomeier gemeinsam gestalten. Erwartet würden wie im vergangenen Jahr gut 500 Menschen. Darauf vorbereitet ist Michael Geymeier, Pastor der Heilsarmee und, wie er sagt, „im ersten Beruf Koch“: Er bereitet für alle Gäste Linsensuppe vor, die, um Abfall zu vermeiden, auf Tellern ausgegeben wird, die von der Firma Färber aus Augustdorf kostenlos bereit gestellt (und anschließend gespült) werden.

„Sie halten inne und das ist besonders schön.“

Die Tische seien schön dekoriert, so Manfred Simon (Heilsarmee) und Marc Korbmacher, Geschäftsführer der Diakonie. Ab 16.30 Uhr seien gut 30 Helfer mit dem Aufbau beschäftigt. Der ehemalige Schulleiter Paolo Picciolo steuere Clementinen und Orangen bei. Es gebe, so Blomeier, Geschenktüten für alle die, die sonst zu Weihnachten nichts bekommen würden.

Diese Aktion würde in den Kirchengemeinden breit getragen. Josefine Georgi, Leiterin der Bahnhofsmission, sagt, dass inzwischen viele der ehrenamtlichen Helfer den Heiligabend in der Bahnhofshalle gemeinsam mit ihren Familien feiern würden. Musik steuert ein Bläserchor bei, die Musiker seien vom Stadtkantorat dafür gewonnen worden. Superintendent Christian Bald freut sich darüber, dass so viele Menschen am Heiligabend bereit seien etwa fünf Stunden zu investieren, um anderen ein schönes Fest zu bereiten. Werner Schulze sagt, dass der Bahnverkehr auch am 24. Dezember normal laufe, dass es aber immer Reisende gebe, die sich Zeit nähmen, für ein paar Minuten im „Bahnhof Bethlehem“ zur Ruhe zu kommen: „Sie halten inne und das ist besonders schön.“

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