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Planungen für den Iron Trail am Hermannsweg in Bielefeld sind ins Stocken geraten

Mountainbike-Strecke verzögert sich

Bielefeld

Der Druck im Wald ist gewachsen: Weil in Corona-Zeiten sportliche Betätigung vor allem im Freien stattfindet, sind Bielefelds Waldwege gut besucht – verstärkt auch durch Mountainbike-Fahrer. Umso wichtiger wäre es, endlich eine Strecke eigens für Mountainbikes in Betrieb zu nehmen. Die ist längst geplant, wird sich nun aber wohl verzögern. Und: Aus Sicht der Verwaltung reicht sie nicht aus.

Peter Bollig

Nach Jahren der Vorbereitung sollen Mountainbiker bald eine eigene Strecke im Teutoburger Wald bekommen. Foto: dpa

Ende 2021 sollte der so genannte „Iron Trail“ am Hermannsweg zwischen Sieker und Lämershagen an den Start gehen. Auf knapp vier Kilometern Länge sollen Mountainbike-Fahrer eine ihnen vorbehaltene Strecke mit kleineren Sprüngen und Kurven erhalten. Sie soll zwischen der Gaststätte Eiserner Anton an der Osningstraße und den Lämershagener Treppen kurz vor der Lämershagener Straße parallel zu dem auch bei Wanderern beliebten Kammweg verlaufen.

„Das Vorhaben ist ins Stocken geraten“, teilte Umweltamtsleiterin Tanja Möller auf FDP-Anfrage jetzt im Umweltausschuss mit. Der Grund liegt demnach in Veränderungen bei den Projektpartnern. Denn die Stadt stellt zwar die Fläche zur Verfügung, braucht aber einen Verein zur Unterstützung, der die Strecke anlegt, betreibt und Haftungsfragen etwa bei Unfällen klärt. Wie berichtet, waren bis jetzt die Naturfreunde dieser Partner, nachdem sich die Bielefelder Mountainbike-Initiative dem Verein angeschlossen und unter dessen Dach den Iron Trail vorangetrieben hatte.

Mit den Naturfreunden hatte die Verwaltung Verhandlungen geführt. „Im Ergebnis liegt seit August 2020 ein weitgehend abgestimmter Vertragsentwurf vor. Darüber hinaus hat der Verein ‚Die Naturfreunde‘ Dokumente vorgelegt, wonach die Stadt von allen Haftungsansprüchen freigestellt war“, so Tanja Möller. Nun aber habe sich die Mountainbike-Initiative von den Naturfreunden getrennt, um eine eigene Vereinsgründung hinzubekommen.

Auf knapp vier Kilometern soll der Iron Trail neben dem Kammweg zwischen Osning- und Lämershagener Straße verlaufen. Foto: Stelte

Der neue Verein soll demnach neuer Vertragspartner werden, arbeite noch an seiner Gründung und müsse dann aber auch die erforderlichen Haftungsfreistellungen nachweisen. Aufgrund der Corona-Lage habe die Initiative aber Probleme bei der Kommunikation mit Versicherungen. Wann die Planung am Iron Trail jetzt weitergehen kann, ist demnach unklar. Neben der Haftungsfreistellung fehle auch noch eine Detailplanung zum Streckenverlauf.

Zudem macht das Umweltamt deutlich, dass der Iron Trail aufgrund der zunehmenden Zahl an Mountainbikern in Bielefelds Wäldern eigentlich nicht ausreicht. Denn neben der erlaubten Fahrradnutzung auf Waldwegen wurden laut Umweltamt „zahlreiche neue illegale Trails in Wäldern, auch in Schutzgebieten, errichtet“. Das ursprüngliche Ziel des 2018 eigens eingerichteten Runden Tischs, mit legalen Angeboten eines Wegenetzes das Mountainbikefahren zu kanalisieren und zu legalisieren, „scheint durch die Anlage einer einzigen legalen Mountainbikestrecke nicht erreichbar“, so Tanja Möller.

„Die deutliche Zunahme legaler und illegaler Mountainbikeaktivitäten in den Wäldern“, heißt es in der Mitteilung des Umweltamtes, „führen zu einer neuen Lagebeurteilung“. Das bedeute nicht, dass es bereits Pläne für weitere Strecken oder eine Ausweitung des Iron Trails gebe, präzisierte Tanja Möller auf Anfrage. „Wir wollen vielmehr die Politik auf die aktuelle Entwicklung aufmerksam machen“, sagt sie, – „und drauf, dass das grundsätzliche Problem der zunehmenden Mountainbiker mit dem Trail allein nicht in den Griff zu bekommen ist.“

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