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Bielefelder Franziskus-Hospital investiert zwei Millionen Euro

MRT der neuesten Generation: bessere Bilder, mehr Komfort

Bielefeld

Vor drei Monaten ein neuer Computertomograph für 980.000 Euro, jetzt ein nagelneues Highend-MRT-Gerät: Fünf Tonnen schwer und 1,5 Millionen Euro teuer ist das neue Schmuckstück, das Geschäftsführer Dr. Georg Rüter mit einer Mercedes-S-Klasse vergleicht. Das Franziskus Hospital investiert weiter in die Zukunft.

André Best

Präsentieren das neue Schmuckstück des Franziskus Hospitals im Wert von 1,5 Millionen Euro: (von links) Professor Dr. Jakub Wiskirchen, Chefarzt der Radiologie, Christian Wieder (Technische Leitung) und Geschäftsführer Dr. Georg Rüter. Foto: Bernhard Pierel

Weites Loch, kurzer Tunnel, ein homogenes Magnetfeld: Das sind die drei wesentlichen Vorteile des Magnetresonanztomographen (MRT) vom Typ Siemens Magnetom Sola. Am 13. Oktober wurde das tonnenschwere Gerät vom Weltmarktführer aus Erlangen ins Klösterchen geliefert. Zwei Wochen später leistet es bereits hervorragende Arbeit zum Wohle zahlreicher Patienten im Bielefelder Krankenhaus.

Durch die 70 Zentimeter große Röhrenöffnung ist der neue MRT besonders für Patienten mit Angst in engen Räumen oder auch für übergewichtige Patienten geeignet. „Insbesondere ältere Menschen, die eine schwächere Atmung haben, können wir mit dem Magnetom Sola komfortabel behandeln“, sagt Professor Dr. Jakub Wiskirchen, Chefarzt der Radiologie im Klösterchen.

Denn bei Untersuchungen des Oberkörpers, beispielsweise von Herz oder Bauch, kam es immer darauf an, dass die Patienten „in der Röhre“ tief und lange ein- und ausatmeten. „Dazu sind manche Patienten aber nicht in der Lage. Die neue Technik funktioniert auch hervorragend bei Menschen mit einer flacheren Atmung und bietet dennoch hochauflösende Bilder zur optimalen Darstellung auch kleinerer Veränderungen“, sagt Wiskirchen.

Die extrem hohe Bildqualität, aber auch die deutlich reduzierte Untersuchungszeit zeichnen das Gerät ebenso aus. Eine Knieuntersuchung dauert jetzt nur noch etwa acht Minuten, die Prostata-Aufnahmen stehen nach etwa 25 Minuten zur Verfügung. Im Schnitt bedeutet das eine Halbierung der Untersuchungsdauer. Auch dafür wurde das MRT beim europäischen Radiologenkongress mit dem Innovationspreis 2019 ausgezeichnet. Das „Gerät des Jahres“ komme zwar nach wie vor nicht ohne klopfende Geräusche und mehrere Minuten Untersuchungszeit aus, aber dennoch ist der Magnetresonanztomograph eine signifikante Verbesserung gegenüber bisherigen MRT-Geräten, sagt Geschäftsführer Dr. Georg Rüter. Claudia Claus, Leitende Medizinisch-Technische Radiologieassistentin, hebt die extrem innovative urologische Diagnostik hervor: „Die MRT-Bilder können als eine Art Navigationskarte in das Ultraschallgerät eingespeist werden, so dass eine zielgenaue Prostatadiagnostik mittels Biopsie erfolgen kann.“ Weitere Verbesserung: Selbst zwei Meter große Menschen passen in die moderne „Röhre“. So ist beispielsweise auch eine Aufnahme der Wirbelsäule am Stück möglich. „Der gesamte Prozess ist nunmehr digitalisiert“, sagt Dr. Wiskirchen.

Mit dem neuen Gerät ersetzt das Franziskus-Hospital das vor zwölf Jahren installierte Gerät vom Typ Siemens Avanto, das für einen sechsstelligen Betrag an Siemens zum Weiterverkauf zurückveräußert wurde. Zu der Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro kommen noch 500.000 Euro Umbaukosten hinzu, komplett aus Eigenmitteln aufgebracht. Die gesamte Röntgenabteilung im Klösterchen ist somit komplett modernisiert worden.

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