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Bielefelder Wahrzeichen wird saniert – Wiederaufbau im Spätherbst 

Museums-Mühle auf Reisen 

Bielefeld (WB). Sie ist so etwas wie ein Bielefelder Wahrzeichen, die Bockwindmühle im Bauernhaus-Museum an der Ochsenheide. War ein Wahrzeichen, denn seit einen knappen Jahr ist sie demontiert.

Burgit Hörttrich

Michael Köster (vorne) und André Schindler sichern die Flügelwelle, während sie vom Kran vom Gelände des Bauernhaus-Museums auf einen Transporter gehoben wird. Foto: Mike-Dennis Müller

 Im Spätherbst soll die rund 350 Jahre alte Mühle aber wieder stehen, denn der Zimmereibetrieb Möller aus Rahden hat am Dienstag die großen Bauteile zur Sanierung in der Werkstatt abgeholt.

 Alle Bauteile – insgesamt 250, schätzt Dirk Begemann, Projektleiter im städtischen Immobilienservicebetrieb (ISB) – seien nicht nur abgebaut, sondern auch gesichert, in Folie verpackt und eingelagert worden. Kammrad und Flügelwelle, die Herzstücke der Mühle, dazu »Pferd«, Mehlleiste oder Steert werden jetzt generalüberholt, die Bremse neu justiert, die Holzzähne dem Getriebe angepasst und anschließend wird die Mühle vor Ort im Museum wieder zusammengebaut. Museumsleiter Dr. Lutz Volmer sagt, dass Hausbaum (aus Eiche), Schwellen und Streben, also das »Grundgerüst« der Mühle, stehen bleiben würden. Er betont, die Mühle sei eine Rarität: »Sie gehört zu den drei, vier Mühlen in Westfalen, die noch aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben sind.« Dirk Begemann, inzwischen zum Mühlen-Experten geworden, erläutert, dass es eine Ausschreibung zur Sanierung der historischen Mühle gegeben habe, sich vier Firmen um den Auftrag bemüht hätten. Ziel der Instandsetzung sei es, die Mühle wieder »gängig« zu machen. Begemann: »Mühlen sind extrem Pflegebedürftig, die Räder müssen sich drehen, damit alles funktionsfähig bleibt.« Das gelte vor allem für die Flügel. Obwohl die Mühle auf einem Berg stehe, sei die Lage durch die hohen Bäume ringsum »eher windgeschützt«. Deshalb müsse in Zukunft (fast) jeder Wind ausgenutzt werden: Dafür werden Museumsmitarbeiter und Mitarbeiter des ISB eigens geschult. Dr. Volmer freut sich, dass die Mühle in Zukunft wieder Teil des museumspädagogischen Programms sein könne: »Wichtig zum Beispiel für unser Angebot 'Vom Korn zum Brot' oder am Mühlentag, der einmal jährlich begangen wird.« Er weiß: »Die Bielefelder vermissen ihre Mühle.«

 Anfang Juni sollen in der Werkstatt von Matthias Möller in Rahden alle Bauteile ausgelegt und von der Denkmalbehörde in Augenschein genommen werden. Es könnte sein, dass einige Teile rekonstruiert werden müssten, schließlich, so Begemann: »Es soll statisch und technisch alles funktionieren.«

 Möller und seine Mitarbeiter ließen per Kran Flügelwelle, Mehlleiste und Kammrad, allein 1,5 Tonnen schwer, vom Museumsgelände heben, um es anschließend nach Rahden transportieren zu können.

 Das Geld für die Arbeiten steht im Haushalt des ISB: insgesamt 250000 Euro.

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