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»Brackwede Helau«: Jecken laden 500 Senioren in der Aula zu einer Zeitreise ein – mit Video

Musik, Tanz und Glamour aus 70 Jahren

Bielefeld (WB). »Ob jung oder alt, ob blond oder grau – wir rufen zusammen ‘Brackwede helau’«. Der vom Prinzenpaar ausgegebene Schlachtruf für den 41. Seniorenkarneval war am Wochenende Programm. Mehr als fünf Dutzend Büttenredner, Tänzer und auch Sänger im Kindergarten- bis zum Rentenalter brachten 500 Menschen in der Aula des Gymnasiums in Feierlaune.

Kerstin Sewöster

In einer gelungenen »großen Koalition« lassen das BKV-Ballett, die Crazy Lady’s und die Garde die 1970er Jahre musikalisch und optisch lebendig werden. Mit dem aktuellen Programm feiert der Brackweder Karnevalsverein sein 70-jähriges Bestehen. Foto: Kerstin Sewöster

Auch wenn das Publikum sich bei Verkleidungen zurückhielt und nur vereinzelt Perücken und Hüte zu sehen waren – auf der Bühne fehlte es an nichts. Ausgefallene Kostüme in allen Farben waren eine echte Augenweide. Doch es war vor allem das Programm der Jecken, das die Zuschauern bei manchen Showeinlagen buchstäblich von den Sitzen riss.

Die Boy Group Brackwede war erst zum zweiten Mal dabei, doch als die fünf Jungs ihre Interpretation von YMCA oder der Hits von Dschingis Khan zum Besten gaben, tobte der Saal. Trockene Kehlen gab es dank Bezirksamtsleiter Hans-Georg Hellermann und seinem Team jedoch nicht, denn die Besucher wurden stets mit Nachschub an Kaffee und kalten Getränken versorgt.

Bissige Büttenrede über die politische Großwetterlage

Musikalisch luden die Brackweder Jecken zu einer Zeitreise ein. Ihr 70-jähriges Bestehen feierten sie mit Tanzeinlagen zu Musik aus den 50er Jahre bis heute. Das Spektrum reichte von psychedelischen Klängen aus der Hippiezeit über Rock’n’Roll bis zu aktuellen Hits. Rudi Harazim schlüpfte in die Robe von Hildegard Knef; Höhepunkte waren Klassiker wie »Aber bitte mit Sahne« von Udo Jürgens. Ballettlehrerin Felicitas Grell und Mechthild Pogatzki-Jaschewski, die die jüngeren Tänzer unter ihren Fittichen hatte, hatten über Monate die Choreografien mit den Darstellern einstudiert.

Kein Karneval ohne Bütt und lustige Seitenhiebe aufs andere Geschlecht wie bei Sigrid Wilke alias Oma Isolde oder Ilona Strathmann und Andreas Walter, die als Duo auftraten. Prinzessin Elma I. und ihr Prinz Philip I. nahmen die lokalpolitische Dauerdiskussion um die Hauptstraße aufs Korn und regten eine Untergrundbahn an. Klaus Weinrich alias Deutscher Michel ist ein Altmeister in der Brackweder Bütt und lästerte bissig über die politische Großwetterlage: »Wenn Europa jetzt zerfällt, sind wir bald am Arsch der Welt. Und der verlachte Donald Duck hat uns dann ganz bald im Sack.«

Die kleinen »Wirbelwinde« tanzten zu Pumuckel-Melodie und zum Maus-Song. Foto: Kerstin Sewöster

Den gelungenen Abschluss übernahmen die »Kronjuwelen« und die »Quirkendörper Patthüpker«, bevor beim großen Finale noch einmal alle Aktiven bejubelt wurden.

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