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Show von Absolventen und Studenten der FH in der Wissenswerkstadt

Mut, Ideen, Kreativität = schräge Mode

Bielefeld (WB). Im wahrsten Wortsinne Schräges, Verrücktes, wilde Kombinationen und Fast-Tragbares: Das Publikum der Modenschau 2020 der Fachhochschule war begeistert. Es dankte mit Applaus und Jubelrufen.

Sabine Schulze

Absolventen zeigten Mode in verschiedensten Ausprägungen. Foto: Bernhard Pierel

Absolventen und Studierende des Modedesigns haben Freitagabend in der Wissenswerkstadt in zwei Durchläufen vor jeweils knapp 300 Besuchern ihre Abschlusskollektionen und Semesterarbeiten präsentiert: Elf Bilder, 63 Models und viel Abwechslung. An diesem Samstag gibt es zwei weitere Schauen – auch sie sind längst ausverkauft.

Identität und Gender, Recycling und Nachhaltigkeit, Handwerk und Herkunft – das waren die Themen, mit denen sich die jungen Modemacher auseinander gesetzt haben und die sich in ihren Entwürfen spiegelten. Den Anfang machte Nalan Batmaz, dessen männliche Models durchaus etwas herausfordernd daher kamen. Tatsächlich hat er sich mit der deutsch-türkischen Rapperszene befasst, Images, Integration und Männlichkeitsbilder hinterfragt.

Für Wow-Effekte sorgte Andreas Stang. Farblich extrem reduziert – Schwarz, Weiß und ein wenig Grau – spielt er mit Stoffen. Ein wattierter Mantel und ein sehr transparenter Body, Plissiertes und Lackiertes, überschnittene Schulter und Corsagen, Schößchen und Glitzer und noch einmal Glitzer: ein bisschen Star Wars, ein bisschen Mystik.

Psychedelisch wurde es bei Maria-Helena Lohheide, die Neonfarben und sibirische Schamanenkostüme mixte. Das Ergebnis, wie sie selbst sagt: eine Kollektion als Farb- und Lichttherapie. Für Überraschung sorgte Romana Haake: Dunkel und ein wenig rebellisch kamen ihre Models daher, um dann still zu stehen und sich binnen einer Minute und mit wenigen Handgriffen völlig zu verwandeln. Was vorher düster war, wurde bunt und fröhlich, was vorher weite Hosenbeine waren, wurde zum Ballonblouson.

Designs mit Mut

Die jungen Modedesigner zeigten, was geht, wenn man nur ein wenig (oder vielleicht doch etwas mehr) Mut hat – etwa zu Stoffen, die aus breiten Bändern gewebt sind, zu asymmetrischen Jacken, Ausgefranstem und wildem Mix. Als Inspirationen dienten angepasste Preppys und Halbstarke, die Pilotin Amelia Earhart oder traditionelle Kleidung aus Kasachstan gleichermaßen. Und wie stets hatten die Modemacher einen Blick für Details, für ausgefallene Schuhe oder Glitzerkäppi.

Dass die Modenschau eine Show war, ist auch den Studenten der neuen Studienrichtung Digital Media and Experiment zu verdanken: In ihren Projektionen auf zwei großen Leinwänden verarbeiteten sie Eindrücke und Ideen aus und zu den Kollektionen. Und nicht nur das: Mit der richtigen App auf dem Handy konnten Plakate zum Leben erweckt werden: Smartphone darauf gerichtet, und schon lief eine virtuelle Animation ab.

Nicht zu vergessen schließlich die Helfer hinter den Kulissen – wie die „Maßschneider“, die für Make Up und Frisuren sorgten – und die Organisatoren, die seit Wochen kaum zur Ruhe kamen.

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