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15 Jahre Evangelische Stiftung Kirche für Bielefeld

Nachhaltig in die Zukunft

Bielefeld (WB). »Stifterinnen und Stifter übernehmen gemeinsam Verantwortung, damit Menschen Heimat und Geborgenheit in einer lebendigen Kirche finden und eine hoffnungsvolle Zukunft gestalten.« Dieser Leitsatz der Evangelischen Stiftung Kirche für Bielefeld gilt seit nunmehr 15 Jahren.

Uta Jostwerner

Feiern 15 Jahre Evangelische Stiftung Kirche Bielefeld und damit ein Erfolgsmodell: Christian Bald (von links), Klaus-Peter Johner, Dr. Ekkehard Thiesler, Professor Dr. Matthias Buntrock und Friedhelm Faust. Foto: Bernhard Pierel

Als Mitte der 1990er Jahre die Kirchensteuer und damit die wesentliche Einnahmequelle der großen Kirchen zum Teil dramatisch zurückging, musste auch der Kirchenkreis Bielefeld neue Einnahmequellen erschließen. Klaus-Peter Johner, der heutige Stiftungsvorsitzende, war damals Verwaltungsleiter des Kirchenkreises. »Neben der Liegenschaftsverwertung und dem Auf- und Ausbau von professionellem Fundraising rückte die Errichtung einer rechtsfähigen Stiftung auf Kirchenkreisebene schnell in unseren Fokus«, sagt Johner.

Da es in der westfälischen Landeskirche damals nur zwei unselbstständige Stiftungen gab, blickte man über den Tellerrand in die Hannoversche und die Nordelbische Kirche und holte sich fachliche Beratung von Stiftungsexperten. »Nach nur einem Jahr Vorlauf konnte schließlich unsere Evangelische Stiftung Kirche für Bielefeld als erste rechtsfähige Stiftung auf Kirchenkreisebenen in der Evangelischen Kirchen von Westfalen durch Aushändigung der staatlichen und kirchlichen Anerkennungsurkunden am 6. November 2003 im Haus der Kirche errichtet werden«, erläuterte Johner nicht ohne Stolz bei einer kleinen Feierstunde anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Stiftung.

Drei Millionen Euro als Kapital

Seither verfolgt die Stiftung den Zweck, die Kirchenmusik, den Erhalt der denkmalwerten Kirchen sowie die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen zu unterstützten.

Das erforderliche Mindestvermögen von 50.000 Euro steuerte der evangelische Kirchenkreis Bielefeld bei, ebenso wie eine Zustiftung von einer Million Euro für den Substanzerhalt der 14 denkmalwerten Kirchen«, sagt Friedhelm Faust, der stellvertretende Stiftungsvorsitzende. Ferner wurde ein Matching Fonds in Höhe von 150.000 Euro aufgelegt, um weitere Zustiftungen zu bonifizieren.

Mittlerweile, so Johner, sei das Stiftungskapital auf über drei Millionen Euro angewachsen. Zehn Kirchengemeinden haben einen eigenen Stiftungsfonds aufgelegt. Zudem haben private Stifter zweckgebundene Stiftungen gegründet. So unterstützt etwa der Krefis Stiftungsfonds explizit die Kirchenmusik in der Neustädter Marienkirche.

Wie Klaus Peter Johner betont, konnten die Stiftungen trotz des anhaltend niedrigen Zinsniveaus jedes Jahr Beträge zur Erfüllung der jeweiligen Stiftungszwecke ausschütten. Insgesamt über die Jahre mehr als 800.000 Euro. Eine konservative Anlagenpolitik beschert, so Friedhelm Faust, »eine jährliche Rendite von 1,5 bis 2 Prozent.«

Vom Durchhaltevermögen beeindruckt

Großen Respekt zollt Dr. Ekkehard Thiesler der Evangelischen Stiftung. »Wir betreuen 400 Stiftungen. Das Durchhaltevermögen der Evangelischen Stiftung und der hervorragende Kapitalstock sind nicht selbstverständlich«, sagt der Vorstandsvorsitzende der Bank für Kirche und Diakonie (KD).

Und auch Christian Bald, der neue Superintendent, zeigt sich angetan vom Stiftungsgedanken: »Geld mit Werten zu verbinden, entspricht unserem Selbstverständnis als Kirche«, betont der Superintendent und lobt darüber hinaus die Kontaktqualität, die mit der Stiftung einhergeht: »So kommen wir mit den Menschen ins Gespräch und können sie als Partner gewinnen.«

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