Die Lutter in Bielefeld soll ein natürliches Antlitz erhalten

Natur statt trister Rinne

Bielefeld (WB/MiS).

DieSumpfsegge wächst in Feuchtwiesen und Auenwäldern – und bald auch in der Ravensberger Straße. Zusammen mit Sumpfschwertlilie, Blutweiderich, Sumpfdotterblume, Flatter-Binse, Schwanenblume und Rohrglanzgras gehört sie zu den Pflanzen, die den eher tristen Betonrinnen, in denen künftig die Lutter offen fließen soll, ein natürlicheres Erscheinungsbild geben sollen.

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Die Profilgestaltung der offenen Lutter war Thema in der Bezirksvertretung Mitte. Foto: Bernhard Pierel

Die Profilgestaltung der offenen Lutter war jetzt Thema in der Bezirksvertretung Mitte. Außerdem hatte die CDU Anfragen zur Offenlegung des Bachlaufes in der Ravensberger Straße zwischen Niederwall und Turnerstraße gestellt. Noch offen schien den Christdemokraten, ob es dort zu Aufweitungsbereichen kommen werde. Auch die Finanzierung dieser Aufweitungsbereiche, also breiterer Lutter-Durchflüsse, sei gesichert, versicherte die Verwaltung. Die Mehrkosten seien in den Kostenberechnungen, die den Fördermittelanträgen zugrunde liegen, berücksichtigt.

André Langeworth (CDU) bemängelte, dass die Verwaltung nicht von selbst regelmäßig über den Stand eines für den Stadtbezirk so wichtigen Projektes berichte. Erneut übte er Kritik daran, dass die Lutterrinnen 75 Zentimeter tief seien. Aufgefüllt werden sie mit Kies und Sand. Die Wassertiefe werde aber immer noch einen halben Meter erreichen. „Eine Tiefe, die im Verkehrsraum nicht unproblematisch ist“, zumal die Rinne nur in Bordsteinhöhe vom Straßenlauf abgegrenzt sei.

Im Herbst 2021 soll alles fertiggestellt sein

Die Tiefbauarbeiten zum Ausbau der Ravensberger Straße und damit Verbunden der Bau des Lutter-Betongerinnes hatten im August vergangenen Jahres begonnen. Im Herbst 2021 soll alles fertiggestellt sein. Im ersten Abschnitt zwischen August-Bebel- und Teutoburger Straße geht es jetzt an die Pflasterarbeiten. In einem zweiten Bauabschnitt folgt der Bereich zwischen August-Bebel- und Turnerstraße. Daran schließt sich der dritte Abschnitt zwischen Turnerstraße und Niederwall an. Und dann soll die Lutter dort tatsächlich offen fließen – nach jahrelanger Planung.

Die Baukosten werden rund drei Millionen Euro betragen. 80 Prozent davon übernimmt das Land, zehn Prozent kommen aus der Stadtkasse, und weitere zehn Prozent stellt der Verein Pro Lutter bereit, der wiederum auf Sponsoren wie den Verkehrsverein und Umweltstiftungen setzen kann.

380.000 Euro der Gesamtsumme entfallen dabei auf die Gestaltung der Betonrinnen. Die seitlichen Ansichtsflächen sollen mit Ibbenbürener Sandstein verkleidet werden. Es folgen Sand und Kies. So genannten Störsteine sorgen für den Bachlauf-Effekt sowie Sumpfsegge & Co. für ein naturnahes Erscheinungsbild.

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