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Werke der Sammlung treffen auf Arbeiten internationaler zeitgenössischer Künstler

Neue Ausstellung in der Kunsthalle Bielefeld widmet sich ab 4. Juni dem Thema Wasser

Bielefeld

Die Kunsthalle Bielefeld zeigt vom 4. Juni bis 16. Oktober Werke zum Thema Wasser mit interaktiven Elementen.

Von Uta Jostwerner

Die See als Abenteuerraum, der auch Gefahren birgt: Bootsinstallation von Adrain Paci und im Hintergrund ein Seestück aus dem Jahr 1857 von Anton Melbye. Foto: Bernhard Pierel

Allein das Wort „Wasser“ löst eine Kette von Assoziationen aus, die alle ums Existenzielle kreisen. Die besondere Beziehung des Menschen zum Wasser zieht sich durch die gesamte Kunstgeschichte. Stand anfangs noch die mythische und naturphilosophische Symbolisierung des Wassers als Lebensquell im Vordergrund, entzauberte die Wissenschaft im 19. Jahrhundert die Natur und rückte die ästhetische Darstellung des Wassers als eigenständiges Bildmotiv in den Fokus der Künstler.

Dr. Linda Walther (von links), Christina Végh und Laura Rehme in einer Installation von Carolina Caycedo. Foto: Bernhard Pierel
Kunsthallendirektorin Christina Végh

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts verorten Künstler das Wasser als Sinnbild für den sich wandelnden Lebensraum. Wasser als lebenswichtige Ressource, als Handelsgut, als bedrohliche Naturgewalt, als Transport- und Fluchtweg oder als Motiv für den Klimawandel und die Umweltzerstörung finden in den verschiedensten künstlerischen Darstellungen ihren Widerhall.

„Aus kunsthistorischer Sicht ist das Thema uferlos“, konstatiert Kunsthallendirektorin Christina Végh, die zusammen mit Laura Rehme und Dr. Linda Walther die Ausstellung „Dem Wasser folgen“ in der Kunsthalle Bielefeld kuratiert hat. Die drei Kunsthistorikerinnen haben die Sammlung der Kunsthalle auf Werke durchforstet, die sich mit den unterschiedlichsten Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen des Wassers befassen und stellen etwa 50 ausgewählte Werke aus dem Eigenbesitz zeitgenössischen Positionen gegenüber. Entstanden ist eine große, international besetzte Gruppenausstellung, die dem Wasser sowie der vielschichtigen gesellschaftspolitischen Debatte rund ums nasse Element folgt.

Winterimpressionen unter anderem von Conrad Felixmüller, Gabriele Münter und Franz Hecker. Foto: Bernhard Pierel

Als Rundgang auf den vier Etagen der Kunsthalle konzipiert, präsentiert die Ausstellung auch jenes Werk, das 1905 den Beginn der Bielefelder Sammlungstätigkeit markierte: „Am Waldesrand“ von Ludwig Dill (1848 - 1940) entstand um das Jahr 1900 und zeigt einen idyllischen Bachlauf am Waldesrand. Daneben erhebt sich die lithografische Serie „Still Water“ (1997 - 1999) der US-amerikanischen Künstlerin Roni Horn, die in ihrer 15-teiligen Arbeit die Wasseroberfläche der Themse darstellt und somit auf das veränderliche, mehrdeutige We­sen des Wassers Bezug nimmt.

Umgang des Menschen mit dem Element Wasser wird hinterfragt

Große installative Arbeiten wie das der kalifornischen Multimedia-Künstlerin Carolina Caycedo, des chilenischen Künstlers Enrique Ramirez oder des albanischen Künstlers Adrian Paci, der ein Boot mit leuchtenden Tentakeln zur Schau stellt, ziehen die Blicke der Besucher an und hinterfragen den Umgang des Menschen mit dem Element Wasser.

In anderen Arbeiten wie den Kupfer-Skulpturen von Katinka Bocks hat das Wasser sichtbare Spuren hinterlassen: Als Patina auf einem überdimensional großen Kupferlöffel, der ein Jahr lang den Elementen auf dem Dach der Kunsthalle ausgesetzt war – quasi als Prolog zur aktuellen Ausstellung.

Installation von Enrique Ramirez und Bild von Roni Horn. Foto: Bernhard Pierel

Als Arbeiten aus dem Sammlungsbestand finden sich Gemälde von Ferdinand Hodler, Gabriele Münter und Kenneth Noland. Aber auch bisher selten präsentierte Werke sind zu sehen, etwa von Karl Ellermann, Hella Guth und Ernst Sa­gewka. Wasser durchfließt die Kunstgeschichte und bringt ebenso Skulpturen von Henri Gaudier-Brzeska und Jacques Lipchitz ans Licht, Fotografien von Hiroshi Sugimoto und den Film zu Robert Smithsons spektakulärer „Spiral Jetty“ (1970) im Great Salt Lake in Utah.

Direkter Dialog mit den Werken und dem Thema Wasser wird möglich

Erstmals ermöglicht ein interaktives Atelier in den Ausstellungsräumen, in einen direkten Dialog mit den Werken und dem Thema Wasser zu treten. Zudem wird die Schau von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Ein Ausstellungskatalog erscheint in den nächsten Wochen.

Die Ausstellung wird an diesem Freitag, 18 Uhr, eröffnet und läuft bis zum 16. Oktober. Infos unter www.kunsthalle- bielefeld.de

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