1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Neue Masche: Einbrecher rufen Senioren an

  8. >

Erste Fälle in Bielefeld: Falsche Mitarbeiter des Impfzentrums spionieren am Telefon potenzielle Opfer aus

Neue Masche: Einbrecher rufen Senioren an

Bielefeld

Wenn das Telefon klingelt und nach dem Corona-Impftermin gefragt wird, sofort auflegen. Das ist der beste Rat, um nicht Opfer von Kriminellen zu werden. In Bielefeld gibt es erste Fälle, wo Anrufer gezielt (hochbetagte) Senioren ausspionieren und wissen wollen, wann sie ins Impfzentrum gehen.

wn

Kriminelle rufen derzeit Senioren an und geben sich als Mitarbeiter des Impfzentrums an. Foto: pixabay

Das hat einen guten Grund. Offenbar stecken Einbrecher hinter dieser neuen Masche, um rauszukriegen, wann die Wohnung verlassen ist.

„Das Impfzentrum ruft niemals an und fragt, wann ein Termin vereinbart ist“, versichert die Bielefelder Stadtsprecherin Gisela Bockermann. „Warum sollte das auch passieren? Im Impfzentrum ist ja bekannt, wer wann kommt.“

Die Kriminellen am Telefon setzen darauf, dass sie ihre betagten Opfer mit dem Stichwort Corona-Impfung überrumpeln können und so an den Termin kommen, wann keiner in der Wohnung ist. Anzeichen dafür, dass es sich um Einbrecher in der Leitung handelt, können eine unterdrückte Rufnummer und ein Anrufer sein, der nicht seinen Namen nennt.

Die Täter suchen im Telefonbuch derzeit offenbar gezielt nach der impfberechtigten Generation 80plus, die mit vollem Namen und Adresse verzeichnet ist. Sind den Kriminellen Anschrift und Impftermin bekannt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie ungestört auf Beutezug gehen können.

Diese Masche scheint so neu zu sein, dass sie noch nicht einmal bei der Polizei bekannt ist. Auf Anfrage dieser Zeitung hieß es im Bielefelder Präsidium, dass sich noch keine Betroffenen bei der Kripo gemeldet hätten.

Es gibt noch weitere Tricks, mit der Kriminelle die Corona-Pandemie ausnutzen. So melden sich immer wieder Anrufer, die viel Geld verlangen, damit Angehörige im Krankenhaus behandelt werden. Erst Anfang März wurde in letzter Minute verhindert, dass eine Bielefelder Seniorin mehrere tausend Euro vom Konto abhob, um ihre angeblich schwer kranke Tochter zu retten.

Startseite
ANZEIGE