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Vorentwurfsplanung steht – Arbeiten für Verkehrsversuch starten

Neuer Jahnplatz mit lichten Dächern und mehr Grün

Bielefeld (WB). Die Bielefelder können sich schon mal einen neuen Begriff merken: »transluzent«. Das heißt nichts anderes als lichtdurchlässig. So sollen künftig die Haltestellen-Dächer am Jahnplatz aussehen.

Michael Schläger

In die Jahre gekommen und von Anfang an umstritten: die Haltestellen-Dächer am Jahnplatz. Foto: Bernhard Pierel

Die Dächer »mit transluzenten Elementen«, so das Planer-Deutsch, sind einer der Punkte eines Vorentwurfs für einen neu gestalteten Jahnplatz, der jetzt im Rathaus vorliegt. Nach diesen Überlegungen soll es dort künftig auch drei getrennte Fahrspuren für den Autoverkehr, für Busse und Fahrräder geben. Das Befahren bleibt möglich, Durchgangsverkehr soll aber umgeleitet werden.

Enger Zeitplan

Der Zeitplan für die Neuplanung von Bielefelds zentralem Platz ist eng getaktet. Bis 2023 müssen die bereitstehenden 13,3 Millionen Euro Fördermittel von der Stadt in Anspruch genommen werden. Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung stellt sie aus seinem Programm »emissionsfreie Innenstadt« zur Verfügung.

Am kommenden Dienstag tagt der Stadtentwicklungsausschuss des Rates. Zu dieser Sitzung hat das Paprika-Bündnis aus SPD, Grünen und Bürgernähe/Piraten einen Antrag mit zwölf Forderungen eingebracht, wie der Jahnplatz neu gestaltet werden könnte. Sie korrespondieren teils mit den Vorschlägen der Vorentwurfsplanung.

Chance für Stadtbahntrasse erhalten

Auch in diesem Papier geht es um die »attraktive Gestaltung der funktional notwendigen ÖPNV-Haltestellen«. Paprika möchte, dass die Chance erhalten bleibt, über den Jahnplatz eine neue Stadtbahntrasse zu führen. Lieferverkehr soll möglichst über eine emissionsfreie Citylogistik erfolgen. Das Bündnis setzt auf vernetzte Verkehrssysteme, die autonomes Fahren, Taxiverkehr und E-Mobilität einschließen. Dazu gehöre auch die Miteinbeziehung von Ladestationen.

Fuß- und Radwege sollen künftig »großzügig und sicher« sein. Nicht mehr eng und sich gegenseitig behindernd wie zurzeit. Neue Radabstellanlagen müsse es geben. Ein Vorschlag dazu war – wie berichtet – ein Fahrradparkhaus im Jahnplatzforum. Auch das in die Jahre gekommene Forum soll in die Planungen einbezogen werden. Bänke, behindertegerechte Toiletten und eine Begrünung des zurzeit zugepflasterten Platzes sollen die Aufenthaltsqualität steigern. Events, Veranstaltungen, müssten auf dem Platz möglich bleiben.

Auch die Bürger sollen in den Planungsprozess einbezogen werden. Das scheint dringend geboten. Denn nicht alle sind damit einverstanden, dass der Autoverkehr auf Bielefelds zentralem Platz eingeschränkt wird. So fürchten etwa viele Einzelhändler um die Erreichbarkeit der Innenstadt.

Stickstoffdioxid-Messungen

Am Donnerstag will der Handelsverband die Ergebnisse seiner Stickstoffdioxid-Messungen auf dem Jahnplatz vorstellen. Die Werte sollen unter dem Grenzwert von 40 Mikrogramm je Kubikmeter Luft im Jahresmittel liegen und damit von denen der offiziellen Messpunkte des Landesumweltamtes abweichen. So hatte der LANUV-Passivsammler in einem Baum an einer Bushaltestelle am Jahnplatz 2016 einen Mittelwert von 49 Mikrogramm hervorgebracht, im vergangenen Jahr von 47 Mikrogramm. Deshalb muss ein neuer Luftreinhalteplan erstellt werden, der auch Diesel-Fahrverbote enthalten könnte.

Verkehrsversuch

Damit es nicht soweit kommt, startet in Kürze zunächst ein Verkehrsversuch auf dem Jahnplatz. Am Freitag beginnen dafür die vorbereitenden Arbeiten. Während des Versuchs wird vorweggenommen, was nach der Umgestaltung die Regel werden könnte. Der Autoverkehr über den Platz zwischen Friedrich-Verleger- auf der einen und Elsa-Brändström-/Notpfortenstraße auf der anderen Seite soll nur über jeweils eine Spur pro Richtung geführt werden. Die zweite Fahrbahn gilt dann als Umweltspur für Busse und Radfahrer.

Angepasst werden müssen die Ampelschaltungen und das Parkleitsystem, weil etwa vom Oberntorwall nicht mehr nach rechts in den dann abgebundenen Niederwall zu den Parkhäusern »Rathaus« und bei TK Maxx abgebogen werden kann. Schilder müssen abgeklebt oder neue Schilder aufgestellt werden. So wird es auch keine Möglichkeit mehr geben, von der Herforder Straße nach links in die Friedrich-Verleger-Straße abzubiegen. Die heutige Linksabbiegespur wird zur Geradeausspur.

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