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Doppelheuerhaus wird nach Sanierungsphase im Juni eingeweiht

»Neuer« Kotten fürs Museum

Bielefeld (WB). Am 10. Juni wird die Eröffnung von Olderdissens Kotten auf dem Gelände des Bauernhaus-Museums gefeiert – sieben Jahre nach Sanierungsbeginn. Der Kotten, Baujahr 1821, soll zum einen von der Museumspädagogik genutzt werden, zum anderen das Heuerlingswesen im »System Hof« in Form einer Dauerausstellung auf der Deele beleuchten.

Burgit Hörttrich

Gebäudereiniger Olaf Brühl putzt in Höhe des Torbogens, auf dem als Bauherr Anton Meier zu Olderdissen genannt wird. Foto: Bernhard Pierel

Bis 1999 war der Kotten vermietet, war bis zu diesem Zeitpunkt als Bork’scher Kotten bekannt. Anschließend wurde er als Hausmeisterwohnung und Museumsverwaltung genutzt, bis er 2009 vom städtischen Immobilienservicebetrieb wegen Baufälligkeit gesperrt wurde. 2011 begann dann die Sanierung des Hauses, 2012 wurde Richtfest gefeiert. Nachdem die Außenhülle des Fachwerkhauses wetterfest gemacht worden und auf eine Betonsohle gestellt worden war, ging das Geld aus. Marcus Stichmann, Geschäftsführer der gemeinnützigen Bielefelder Bauernhausmuseum gGmbH, betont: »Ohne die Unterstützung der NRW-Stiftung hätten wir nicht gewusst, wie es weitergehen sollte.« Die NRW-Stiftung habe 134.500 Euro für den Ausbau des Kottens, dessen Originalbalken zu 95 Prozent erhalten sind, zur Verfügung gestellt. Denselben Betrag steuerte die Stadt bei, weitere 50.000 Euro die Bauernhaus Museums gGmbH und die Lionshilfe. Gesamtkosten: insgesamt 715.000 Euro.

Haus seit 1905 in Besitz der Stadt

Museumsleiter Dr. Lutz Volmer erklärt, dass es bereits seit 1955 Überlegungen gegeben habe, den Kotten zu einem Teil des Bauernhausmuseums zu machen: »Das Haus ist seit 1905 im Besitz der Stadt, dort haben vor allem städtische Angestellte gewohnt.« Errichtet wurde das sogenannte Doppelheuerhaus als einer von fünf Kotten, die zum Hof Meier zu Olderdissen gehörten. Das heutige Zentrum des Tierparks Olderdissen habe, so Volmer, um 1825 mit seinen 180 Hektar zu den größten Höfen im heutigen Stadtgebiet gehört. In Olderdissens Kotten wohnten zwei Heuerlingsfamilien, die sich die Deele teilten und sich, so Museumspädagogin Anke Bechauf, »gegenseitig in die Töpfe schauen konnten«. Pro Hausseite lebte eine Familie mit bis zu fünf Kindern und deren Tiere auf engstem Raum.

Das Bauernhausmuseum, so Stichmann, besuchten pro Jahr um die 500 Gruppen, die die pädagogischen Angebote in Anspruch nähmen: »Auch mit dem Kinderhaus haben wir die Kapazitätsgrenzen längst erreicht.« Das heutige Kinderhaus ist ein ehemaliges Fischerhaus aus Vlotho, das 2007 in das Museum transloziert wurde – als Geschenk des Verkehrsvereins.

Am 10. Juni ab 11.30 Uhr soll die Fertigstellung von Olderdissens Kotten gefeiert werden: unter anderem mit szenischen Lesungen von Schauspielern, die passende Kostüme aus der Zeit um 1850 herum tragen. »Mägde« werden den Besuchern ihr »Zuhause« erklären.

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