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Hillegosser Zentrum: Jetzt kommt Beton statt Pflaster

Neuer Kreisel ist schon kaputt

Bielefeld (WB). Die Hillegosser sind erschüttert. Ihr neuer Kreisel ist noch nicht freigegeben, da haben ihn die 40-Tonner schon massiv beschädigt und die Steine im Innenkreis gelockert. Ulrich Meyer (Amt für Verkehr): »Statt Pflaster kommt jetzt Beton. Das hält.«

Michael Diekmann

Typisch: Schwere Sattelschlepper lockern sofort mit ihren HInterachsen das Pflaster. Foto: Bernhard Pierel

Für die Stieghorster Politiker ist die Posse im Bereich der ehemaligen Hillegosser Kreuzung längst ein handfester Skandal. Ende der Schulferien sollte der Umbau fertig sein, dann wurde zum Herbstferienbeginn verschoben, jetzt soll Anfang Oktober endlich freie Fahrt sein. Was Werner Thole (CDU) besonders erzürnt: »Es hat doch wohl jeder gewusst, dass dieser Knotenpunkt besonders massiv belastet ist. Da kann man doch nicht von der überraschenden Erkenntnis sprechen in der Verwaltung, was die Lkw-Umleitung über den Kreisel angerichtet hat.«

Tatsächlich hat der »Bau unter Verkehr«, wie die Fachverwaltung die Aktion nennt, dem fein gepflasterten Innenkreis den Garaus gemacht. Laut Ulrich Meyer, der sich selbst nur als »kleinen Sachbearbeiter« sieht, streiten aktuell Baufirma und Betonlieferant, wer dafür aufkommt, dass die Fugen zwischen dem Naturpflaster überall ausbrechen. An den Haaren herbeigezogen finden die Anlieger diese Ausreden. seit einem halben Jahr sind sie nicht zu erreichen, sind obere Hillegosser und Oerlinghauser Straße abgebunden und das Zentrum dem Verkehrschaos anheim gegeben. Thole: »Der Kostenrahmen ist sicher auch schon gesprengt.«

Offensichtliche Fehlplanung

Verärgert sind die Politiker über die offensichtliche Fehlplanung. Jede Bushaltestelle von Mobiel wird mit Massivbeton befestigt, aufbauend auf Erfahrungswerten. Die Kreuzung in Hillegossen gehört zu den meistbefahrenen Knoten nicht nur in Sachen Linienbusse, sondern auch bei schweren Lkw. Selbst Ulrich Meyer bestätigt: »Am schlimmsten sind die Sattelschlepper. Deren drei starre Hinterachsen hebeln das Pflaster sofort auf.« Was die Anlieger inbesondere auch im seit Wochen unter fehlenden Kunden leidenden Einzelhandel in Hillegossen erbost: Wenn die Stadt das doch weiß, warum genehmigt sie dann trotzdem Pflaster statt Beton?

Dienstag soll sich der Stadtentwicklungsausschuss noch einmal mit dem Kreisel beschäftigen. Bereits am Montag soll auf der ohnehin gesperrten nördlichen Kreiselhälfte das Pflaster wieder raus. Etwa fünf Tage, so Meyer, müsse der Beton härten, dann folge die zweite Hälfte. Meyer: »Wir setzen auf Anfang Oktober« Dann soll alles fertig sein. Fertig sind jetzt die Hillegosser Bürger: mit den Nerven.

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