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Sechsteilige Serie über die Varus-Schlacht startet Freitag bei Netflix

Niemand erobert den Teutoburger Wald

Bielefeld (WB/as). Das ist mal direktes Marketing: Am Rande des Teuto-Nordhangs stehen zwei Promotion-Fahrzeuge, auf deren Seiten entschlossen dreinschauende Germanen und Römer zu sehen sind und der Schriftzug „Niemand erobert den Teutoburger Wald“ steht. In Bielefeld hat der Streaming-Kanal Netflix am Wochenende für seine neue Serie geworben. Sie heißt „Barbaren“, hätte aber auch „Germanen“ heißen können. Denn in sechs Episoden geht es von kommendem Freitag an um die Varus-Schlacht (9. n. Chr.), um den Kampf der Germanen gegen die Römer.

Germanen gegen Römer: Die legendäre Schlacht im Teutoburger Wald macht Netflix zur sechsteiligen Serie. „Barbaren“ ist vom 23. Oktober an bei dem Streamingdienst zu sehen. Das Foto zeigt Laurence Rupp als Arminius. Fotos: Katalin Vermes/Netflix Foto:

Der Begriff „Barbar“ leitet sich vom altgriechischen „bárbaros“ ab und war in der Antike die Bezeichnung für alle, die kein Griechisch sprachen. Fremde Völker waren also naturgemäß „Barbaren“.

Historiendrama ab 23. Oktober auf Netflix

Ein erster Trailer ist online und verspricht ein actionreiches Historiendrama. Im Zentrum der Handlung stehen die cheruskische Fürstentochter Thusnelda (Jeanne Goursaud, „In Wahrheit“) und der Krieger Folkwin (David Schütter, „Unsere wunderbaren Jahre“). Das heimliche Liebespaar will sich gegen die Unterdrückung durch die Römer wehren und lehnt sich auf. Der römische Statthalter Varus (Gaetano Aronica, „Tödliches Spiel“) sinnt auf Rache und schickt seinen Ziehsohn Arminius (Laurence Rupp, „Das Sacher“, „Vorstadtweiber“). Doch dieser, der später als Hermann zur Legende werden soll, ist bei den Germanen nicht ganz unbekannt. Denn Arminius ist als Sohn des Anführers der Cherusker geboren worden. Ein germanischer Stamm, der mit den Römern kämpft.

Heimliche Liebe in Germanien: Jeanne Goursaud als Thusnelda und David Schütter als Folkwin in „Barbaren“. Foto:

„Arminius war ein ausgebildeter römischer Soldat und eng vertraut mit Oberbefehlshaber Varus“, sagt Prof. Dr. Reinhard Wolters. Der Altertumswissenschaftler von der Universität Wien kann den Seitenwechsel des Cheruskers, seine Zerrissenheit zwischen der Existenz als römischer Offizier und der Loyalität zu seinem Volksstamm, historisch nicht erklären: „Man kann nur spekulieren. Aber Arminius zeigt sich auch später ehrgeizig und machthungrig.“ Neben den Cheruskern gab es auch die Chatten, Brukterer und Marser. Die Invasoren fassten die Stämme als „Germanen“ zusammen. „Die Römer versuchten, mit einigen Stämmen beziehungsweise ausgewählten Angehörigen einiger Stämme zu kooperieren. So konnten sie praktisch durch die Germanen über das Gebiet herrschen“, erklärt Wolters.

Drehort Ungarn

Netflix zeigt seine deutsche Eigenproduktion „Barbaren“ weltweit unter dem Titel „Barbarians“. Um die Serie sehen zu können, muss man Abonnent des Streamingdienstes sein. Netflix kann 30 Tage lang gratis genutzt werden, danach kostet ein Abo in der billigsten Version 7,99 Euro im Monat. Für die Ultra-HD Version fordert Netflix 15,99 Euro im Monat.

Das Drehbuch hat Andreas Heckmann verfasst, Barbara Eder (Episoden eins bis vier) und Steve St. Ledger (Episoden fünf und sechs) haben Regie geführt. Entstanden ist die Serie von August bis November 2019 in Ungarns Hauptstadt Budapest. Produzent ist die Gaumont GmbH, eine Tochter des französischen Filmkonzerns Gaumont. Filmexperten räumen „Barbaren“ gute Erfolgsaussichten ein. Kenner fühlen sich bereits an die Serie „Vikings“ erinnert, die ebenfalls lose auf historischen Figuren basiert.

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