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Nach Vorfall im Bielefelder Hauptbahnhof ermittelt die Polizei

Notbremsung wegen vergessenem Koffer

Bielefeld

Weil er wegen seines vergessenen Koffers im Bielefelder Hauptbahnhof an einem anfahrendem ICE die Notbremse gezogen hat, ermittelt jetzt die Bundespolizei gegen einen 35-Jährigen. Außerdem wurde der Mann von der Bahn aus dem Zug geworfen, heißt es von der Polizei.

Zwei Bundespolizisten vor einem ICE im Bielefelder Hauptbahnhof. Foto: Thomas F. Starke

Polizeisprecher Markus Heuer: "Seine Vergesslichkeit könnte einen 35-Jährigen teuer zu stehen kommen. Am Freitagmittag hat ein Fahrgast seinen Koffer am Bahnsteig in Bielefeld vergessen. Als der 35-jährige Iraner das bemerkte, zog er im anfahrenden ICE die Notbremse und betätigte die Notentriegelung der Türen, um seinen Koffer zu holen. Die einschreitende Zugbegleiterin drängte er dazu zur Seite. Die rief ihrerseits die Bundespolizei zur Hilfe."

Mit dem Ziehen der Notbremse am ICE 859 (Köln-Berlin) verursachte der Mann eine technische Störung am Zug. Daraus resultierte eine Verspätung von rund 40 Minuten, bis der Zug wieder fahrbereit war. Der Mann aus Pohlheim (Landkreis Gießen/Hessen) muss jetzt mit Schadensersatzansprüchen der Bahn rechnen.

Darüber hinaus wird er sich einem Strafverfahren wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen stellen müssen. Auch die Zugfahrt konnte er nicht durchführen, da er von der Weiterfahrt ausgeschlossen wurde.

Wer beim Einsteigen in einen Zug seinen Koffer am Bahnsteig vergessen hat, der solle sich umgehend an die Zugbegleiter wenden, erklärt Polizeisprecher Heuer den richtigen Weg. "Das Zugpersonal setzt sich dann mit dem Bahnhof oder der Bundespolizei in Verbindung, damit der Koffer sichergestellt wird."

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