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Anstieg im Januar: 2,9 Millionen Menschen in Deutschland ohne Job

Nun fast eine Million Langzeitarbeitslose

Nürnberg/Bielefel...

Der deutsche Ar­beitsmarkt trotzt dank der großen Zahl an Kurzarbeitern weiter der Corona-Krise – zumindest auf den ersten Blick. Langsam aber sicher werden in den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit aber auch Effekte sichtbar, die sich zu schwer reparierbaren Langzeitschäden auswachsen können.

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In ganz OWL ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Foto: imago

Der deutliche Anstieg bei der Langzeitarbeitslosigkeit ist ein Beispiel dafür.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Januar saisonüblich um 193.000 auf 2,901 Millionen gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit im Januar um 0,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent, wie die Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Nürnberg mitteilte. Der Januar-Anstieg fiel damit in diesem Jahr sogar noch etwas geringer aus als im Vorjahr. Von Dezember 2019 auf Januar 2020 war die Zahl der Arbeitslosen um 198.000 gestiegen.

Allerdings: Von den 193.000 neuen Arbeitslosen fallen 60.000 in die Kategorie Langzeitarbeitslose. Im Februar wird nach Einschätzung des Vorstandschefs der Bundesagentur, Detlef Scheele, erstmals seit fünf Jahren wieder die Grenze von einer Million Langzeitarbeitslosen übersprungen. Die Entwicklung schmerzt: Dank einer guten Konjunktur und gezielter arbeitsmarktpolitischer Eingriffe war es gelungen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen, also derjenigen, die mehr als ein Jahr auf Jobsuche sind, auf unter 700.000 zu drücken. „Dass das, was wir erreicht haben, wie Schnee in der Sonne wegschmilzt, das ist schon bitter, das muss man eindeutig sagen“, sagte Scheele. In der Januar-Statistik sind erstmals die Auswirkungen des im Dezember verhängten, coronabedingten Lockdowns berücksichtigt. Für ihre Statistik hat die Arbeitsagentur Datenmaterial bis zum 13. Januar erfasst.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Arbeitslosigkeit deutlich. Im Januar 2021 waren 475.000 mehr Menschen arbeitslos als noch im Januar 2020, wie die Bundesagentur weiter mitteilte. Diese Zahl sei komplett auf die Corona-Krise zurückzuführen.

Besonders kritisch sei die Situation bei den Minijobs, die nicht sozialversicherungspflichtig sind und somit auch nicht durch Kurzarbeit abgefedert werden können. Allein im November seien 100.000 Minijobs im Gastgewerbe verloren gegangen. „Insgesamt haben wir eine halbe Million weniger Minijobs als vor einem Jahr“, sagte Scheele.

In der Zeit vom 1. bis zum 25. Januar haben 78.000 Betriebe für 745.000 Personen Kurzarbeit angemeldet. In den Monaten November, Dezember und Januar hätten mit 170.000 Betrieben mehr Unternehmen Kurzarbeit angemeldet als in der gesamten Finanzmarktkrise zusammen.

In NRW waren im Januar 768.512 Personen arbeitslos gemeldet – 34.128 Menschen mehr als noch im Dezember 2020. Auch in Ostwestfalen-Lippe ist die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Dezember um 5,4 Prozent oder 3572 Personen auf 69.551 Personen gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat fällt der Anstieg mit 11,1 Prozent oder 6.925 Menschen allerdings noch deutlicher aus.

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