Bielefelder Impfzentrum ist bald betriebsbereit – Krisenstabsleiter: „Eine Mammutaufgabe“

Nur der Impfstoff fehlt noch

Bielefeld

Die Computer fehlen noch. „Am Dienstag kommt die IT“, sagt Bielefelds Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger. Theoretisch wäre das Impfzentrum in der Ausstellungshalle der Stadthalle dann startbereit. Was fehlt ist die EU-Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer und die Ausstattung mit genügend Impfstoff.

Michael Delker

Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger (von links), Thomas Brüggemeier von der Bielefelder Feuerwehr und Dr. Wilfried Voß in einem der zehn Impfzimmer. Foto: Thomas F. Starke

Da zuerst die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Menschen im Alter von 80 Jahren und älter, medizinisches Personal und Mitarbeiter in der Altenpflege geimpft werden sollen, wird es noch etwas dauern, bis der Betrieb im Impfzentrum richtig ins Rollen kommt. „Wenn wir hier vor Ort 1000 Menschen pro Tag impfen, wäre das schon gut. Hinzu kommen die mobilen Teams“, sagt Dr. Theodor Windhorst, der medizinische Leiter des Impfzentrums.

Organisatorisch ist richtig aufs Tempo gedrückt worden. Unter Federführung der Feuerwehr wurden seit der vergangenen Woche zehn Impfstraßen aufgebaut. Ingo Nürnberger spricht von einer „Mammutaufgabe, einem Meisterwerk“. Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) stand der Stadt bei der Planung beratend zu Seite. Die Ausstellungshalle der Stadthalle hält der Krisenstabsleiter als Standort für ideal. Sie sei in Bielefeld die einzige Immobilie, „wo wir das so gut aufbauen konnten.“

Für den reibungslosen Ablauf wird reichlich Personal benötigt. Jede Impfstraße soll von vier Ärzten betreut werden. Dr. Theodor Windhorst rechnet damit, dass pro Schicht (sechs Stunden) 40 Mediziner im Einsatz sind. Hinzu kommt das Betreuungspersonal, das vom Arbeiter Samariter Bund (ASB) gestellt wird. Nürnberger: „Die können das am besten.“ Es werden viele Freiwillige im Einsatz sein. Dr. Windhorst ist guter Dinge, dass genügend Personal zur Verfügung steht. Bei den Ärzten wird zum Beispiel auf Mediziner im Ruhestand zurückgegriffen.

Ingo Nürnberger und Dr. Theodor Windhorst setzen auf eine hohe Impfbereitschaft der Bevölkerung und rühren die Werbetrommel. „Wir hoffen, dass wir irre viel zu tun haben“, sagt der medizinische Leiter des Impfzentrums. Die ersten Rückmeldungen aus England, wo der Impfstoff von von Biontech und Pfizer bereits genutzt wird, seien vielversprechend. Es gebe kaum Komplikationen. „Wir machen kein Vabanquespiel. Wir werden die Impfwilligen aufklären und begleiten“, verspricht Dr. Windhorst.

Dass sich die Europäische Arzneimittelbehörde Zeit nimmt, um den Impfstoff vor der Zulassung ausreichend zu prüfen, hält Ingo Nürnberger für richtig. „Das schafft Vertrauen in der Bevölkerung, und das ist wichtig“, so der Krisenstabsleiter.

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