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Bielefelder Krisenstabsleiter bittet um Geduld

Nürnberger verärgert über holprige Terminvergabe für das Impfen

Bielefeld (WB)

14.625 Impftermine für Menschen über 80 Jahren sind für das Impfzentrum der Stadt Bielefeld gebucht worden (Stand 28. Januar, 18 Uhr). Die Termine reichen bis Ende März. 9.000 davon sind Erstimpfungen.

Westfalen-Blatt

Ist verärgert über den holprigen Start bei der Terminvergabe für das Impfen: Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger. Foto:

„Wer wegen technischer Schwierigkeiten in den vergangenen Tagen noch keinen Zweittermin buchen konnte, kann das beim Ersttermin direkt vor Ort im Impfzentrum nachholen. Das ist die Zusage der Kassenärztlichen Vereinigung, die das Anmeldeprozedere verantwortet“, verspricht Ingo Nürnberger, Leiter des Krisenstabs.

Alle Termine erstrecken sich erst einmal über einen Zeitraum bis Ende März. „Bis dahin ist der Impfkalender nun fast voll. Aber auch im April wird es noch weitere Termine geben“, so Nürnberger. Die Kassenärztliche Vereinigung werde darüber informieren, ab wann diese späteren Termine gebucht werden könnten. „Es ist wirklich bedauerlich und ärgerlich, dass die Kommunen von Bund und Land nur so wenig Impfstoff zur Verfügung gestellt bekommen. Wir könnten im Impfzentrum mehr schaffen“, erklärt Ingo Nürnberger. Daher sei bei allen Impfwilligen leider nun Geduld gefragt.

Verärgert zeigt sich Nürnberger auch über das holperige Anmeldeverfahren der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. „Das ganze Prozedere war eine Zumutung: viel zu schwierig und total verworren. Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Verfahren verschlankt und vereinfacht wird. Die kommende Terminvergaberunde für die nächsten impfberechtigten Personengruppen muss besser laufen“, urteilt der Krisenstabsleiter.

In Westfalen-Lippe wurden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung mittlerweile 479.000 Impftermine (für die Erst- und Zweitimpfung) vergeben. Fast 240.000 impfberechtigte Bürger/innen in der Region hätten dementsprechend einen Impftermin erhalten. Das seien fast Zweidrittel der insgesamt etwa 350.000 Menschen über 80 Jahren in Westfalen-Lippe, die Zuhause leben und ein Impfzentrum aufsuchen können. Sowohl am Freitag als auch am Wochenende würden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung sukzessive weitere Terminkontingente freigeschaltet. Dies geschehe stets in Abhängigkeit der zugesagten Impfstoffmenge. In Kürze werde zudem das Termin-Buchungsfenster bis Ende April geöffnet, so dass deutlich mehr Termine zur Verfügung stehen würden. Wichtig sei: Es sei ausreichend Zeit und Vorlauf für die Terminvergabe, so dass jeder, der geimpft werden möchte, drankommen würde – wenn auch nicht sofort.

„Die vergangenen Tage waren für die Bürger, aber auch für uns und alle Beteiligten, eine echte Zerreißprobe. Nachdem die Buchungssysteme am Montag zusammengebrochen sind, trat eine Vielzahl verschiedener technischer Probleme auf. Die kv.digital, die als Tochterunternehmen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung für das Buchungssystem zuständig ist, hat diese Probleme zwar zum Teil schnell behoben, es traten jedoch immer wieder neue technische Störungen auf“, erklärt Dr. Dirk Spelmeyer, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL).

Einige seien mittlerweile wieder behoben worden. So konnte beispielsweise das Problem des fehlenden zweiten Impftermins bereits am Mittwoch pragmatisch gelöst werden: Wer einen Ersttermin gebucht, aber keinen Zweittermin erhalten hat, soll den Ersttermin in jedem Fall wahrnehmen. Die betroffenen Bürger würden in diesem Fall während des Ersttermins im Impfzentrum den zweiten Impftermin erhalten, sie müssten im Vorfeld nicht selbst aktiv werden. Darüber hinaus würden in der Buchungssoftware künftig ausschließlich verfügbare Termine angezeigt – hier ist es in den vergangenen Tagen zu Verwirrung gekommen, weil Termine angezeigt wurden, obwohl sie bereits vergeben waren. Die KVWL hat zudem eine Übersicht mit Antworten zu häufig gestellten Fragen zusammengestellt, die regelmäßig aktualisiert und ab sofort unter www.corona-kvwl.de/impftermin aufgerufen werden kann. Bürger, die unsicher sind, ob ihre Terminbuchung erfolgreich war, finden dort auch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um ihre Buchung zu überprüfen.

„Wir entschuldigen uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die mit Problemen bei der Vereinbarung eines Impfiermins zu kämpfen hatten. Wir haben kein Geheimnis daraus gemacht, dass wir mit Schwierigkeiten bei der Terminvergabe rechnen, wenn der Großteil der fast eine Million Impfberechtigten in NRW sich gleichzeitig an eine Hotline und ein Online-Portal wendet. Dass sich der Start jedoch so schwierig gestaltet hat, bedauern wir sehr“, erklärt der KVWL-Gesamtvorstand Dr. Dirk Spelmeyer, Dr. Volker Schrage und Thomas Müller.

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