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Teutoburger Straße: Probleme und Baustopp am Regenrückhaltebecken bremsen auch die anschließende Sanierung des Bach-Kanals

Offenlegung der Lutter verzögert sich

Bielefeld (WB).

Später als geplant kann die Stadt Bielefeld den nächsten Schritt der Luttersanierung im Bereich der Ravensberger Straße vornehmen. Denn der Bau des Regenrückhaltebeckens an der Teutoburger Straße, der zuvor abgeschlossen sein muss, zieht sich länger hin als geplant.

Peter Bollig 

Nach einem Baustopp am Regenrückhaltebecken gehen die Arbeiten weiter. Das Gesamtprojekt zur Offenlegung der Lutter verzögert sich aber. Foto: Bernhard Pierel

An einer der derzeit spektakulärsten Baustellen in Bielefeld gab es bereits im vergangenen Sommer Probleme, wie der städtische Umweltbetrieb (UWB) kommenden Dienstag der Politik im Betriebsausschuss mitteilen will. Dadurch werde sich die Fertigstellung um einige Wochen verzögern.

Die ungewöhnliche Baugrube an der Teutoburger Straße/Ecke Ravensberger Straße bleibt damit etwas länger ein Blickfang: Gebaut wird dort von einem schwimmenden Ponton aus, der in dem mit Wasser gefüllten, 40 mal 60 Meter großen Becken dümpelt. Eine Bohrmaschine war auf dem Floß im Sommer im Einsatz, um 230 Löcher bis in 20 Meter Tiefe in den Boden zu treiben. In sie wurden Stahlstangen abgesenkt und mit Mörtel befestigt, um den Betonboden des meist leeren Rückhaltebeckens gegen den Grundwasserdruck wie ein Dübel an Ort und Stelle zu halten. Derzeit steht ein Bagger auf dem Ponton im zuletzt zugefrorenen künstlichen Teich.

Grundwasser soll Betonboden nicht hochdrücken

Anfang Juli 2020 wurde der Umweltbetrieb nach eigenen Angaben von der Baufirma informiert, dass es zu erheblichen Überschreitungen der zuvor prognostizierten Menge an Zement- und Bohrschlammresten gekommen war, die aus den Bohrungen austraten. Sie bildeten demnach eine mächtige Schicht auf der gesamten Baugrubensohle, „deren vollständige Beseitigung auch mit Hilfe von Tauchern nicht realisiert werden konnte“, so der UWB.

Anfang August 2020 stellte die Firma die Bauarbeiten demnach zunächst ein, um als Alternative zur vorgesehenen Unterwasserbauweise die Fortführung der Arbeiten in konventioneller Trockenbauweise prüfen zu lassen. Der Umweltbetrieb ließ den Vorschlag durch einen Sachverständigen überprüfen – mit dem Ergebnis, dass die gewählte Methodik weiterhin die sicherste und beste Planungsvariante darstellt.

Denn das drei bis vier Meter tiefe Wasser soll, wie berichtet, sicherstellen, dass das Grundwasser den Betonboden nicht hochdrückt, solange das Bauwerk nicht sicher verankert ist. Und den Grundwasserspiegel wolle man nicht absenken, um umliegende Gebäude und die Wasserversorgung der Platanen nicht zu gefährden. „Der Auftragnehmer erklärte im Dezember, die Bauarbeiten in der vertraglich vereinbarten Unterwasserbetonbauweise ab Januar wieder aufzunehmen und zügig voranzubringen“, berichtet der UWB.

Fertigstellung verzögert sich um fünf Monate

Weil sich die eigentlich für Ende 2021 geplante Fertigstellung des Regenrückhaltebeckens somit um rund fünf Monate verzögert, kommt es demnach auch beim zweiten Bauabschnitt der Luttersanierung zwischen Teutoburger Straße und Stauteich I zu Verzögerungen. „Aller Voraussicht nach beginnen diese Arbeiten nicht wie geplant noch im Jahr 2021 sondern im Frühjahr 2022“, heißt es aus dem Umweltbetrieb. Denn erst mit der Fertigstellung des Beckens bestehe ein notwendiges Rückhaltevolumen für Regenwasser, um in den Lutter-Kanal eine kleinere Leitung einziehen zu können.

Eigentlich sollte der Kanal Ende 2022 saniert sein. Erst danach kann die geplante Teiloffenlegung des Lutterbachs im Grünzug an der Ravensberger Straße beginnen. In welchem Umfang sich somit auch die Teiloffenlegung des Lutterbachs verschiebt, dazu wollte sich der Umweltbetrieb am Dienstag auf Anfrage nicht äußern.

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