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Brackweder Operettenzauber besticht mit prachtvollen Farben und eingängigen Melodien

»Ohne Weiber geht die Chose nicht«

Brackwede (WB). Sobald das Licht gedimmt wird in der Aula des Brackweder Gymnasiums, geht ein aufgeregtes Raunen durch den Saal, gefolgt von stürmischem Applaus. Schon bevor überhaupt ein einziger Akteur die Bühne betreten hat beim inzwischen vierten Brackweder Operettenzauber, sind die 400 Besucher im ausverkauften Saal begeistert.

Kerstin Panhorst

»Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht«, gibt Boni (Michael Klein) musikalisch zu. Foto: Kerstin Panhorst

Nach dem großen Erfolg der ersten Operetten-Aufführungen »Berlin bleibt doch Berlin«, »Der Graf von Luxemburg« sowie »Im weißen Rössl« im vergangenen Jahr ist die Erwartungshaltung hoch – und sie wird auch dieses Mal nicht enttäuscht. »Die Csárdásfürstin« haben sich die Akteure unter der Leitung des heimischen Chorleiters Horst Petruschke für ihre vierte Inszenierung ausgesucht.

Uraufführung vor 104 Jahren

Die Operette von Emmerich Kálmán feierte vor 104 Jahren ihre viel beachtete Uraufführung im Wiener Johann-Strauß-Theater. Inzwischen wurde die weltberühmte Operette mehrfach verfilmt, zuletzt 1951 mit Johannes Heesters und Marika Rökk in den Hauptrollen. In der Koproduktion von Petruschke mit der Tanzschule Felicitas Grell, der Familie Ursula Wittler und Mitgliedern des Brackweder Karnevalvereins schlüpfen zwei bekannte Solisten in diese Rollen: Ulrich Gentzen und Carin Schenck-Schmidt, die beide schon zuvor für das Operettentheater Brackwede tätig waren.

Er verkörpert den Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim, der in die Chansonsängerin Sylva Varescu (Schenk-Schmidt) verliebt ist. Die möchte eigentlich gerade Karriere in Amerika machen, sagt ihre Reise aber zugunsten der Liebe ab. Doch da erfährt sie von der Verlobung Edwins mit dessen Cousine Stasi, die seine Eltern eingefädelt haben. Standesdünkel drohen, die junge Liebe von Edwin und Sylva zu zerstören und einige Missverständnisse müssen aus dem Weg geräumt werden bevor die komplizierte Liebesgeschichte ihr positives Ende findet und auch das Geheimnis um die Csárdásfürstin gelüftet wird.

Gesangsqualitäten

Bis dahin bietet die Brackweder Inszenierung aber erst einmal viel für Ohr und Auge. Die Ballettdamen tanzen in funkelnden Kleidern ihre Choreografien und dürfen bei »Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht« sogar ihre Gesangsqualitäten zeigen. Und der Operettenchor aus Bielefelder Laien-Sängern stimmt mit sichtbarer Freude und viel Dynamik die altbekannten Melodien der Operette an. Lieder wie »Machen wir’s den Schwalben nach« und »Tanzen möcht’ ich, jauchzen möcht’ ich« oder auch »Tausend kleine Englein singen« bringen zehn Orchestermusiker gemeinsam mit Pianistin Lilia Simtchenkova zum Klingen, während die Solisten auch mit schauspielerischem Talent glänzen.

Unter ihnen geben auch zwei Lokalmatadoren ihr Debüt: die Bielefelder Gesangspädagogin Anne Eisenhauer-Biermann gibt die lebenslustige Stasi, und Gerhard Klocke, Präsident des Brackweder Karnevalvereins, glänzt als Edwins Vater, Leopold Maria Fürst zu Lippert-Weylersheim, der als konservativ-bigotter Traditionalist beinahe das Glück seines Sohnes ruiniert.

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