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Olderdissen-Liebling bekommt Torte und schmackhaftes Überraschungspaket

Max wird 30: Bärige Geburstagsparty in Bielefeld

Bielefeld

Kalt und feucht - für seine Arthrose also wirklich kein schönes Wetter in Bielefeld. Doch der Duft steigt Max dann doch so verführerisch in die Nase, dass er aus seiner Höhle kommt. Denn im Gehege wartet eine Torte mit Früchten und ein Überraschungspaket auf den Olderdisser Braunbären zu seinem 30. Geburtstag.

Von Hendrik Uffmann

 Braunbär Max im Tierpark hatte die Leckereien in seinem Geburtstagspaket sofort erschnuppert und  schnell verputzt. Foto: Hendrik Uffmann

Revierpflegerin Andrea Günnemann und Tierpflegerin Maren Walker hatten die Leckereien vorbereitet und nicht weit vom Höhleneingang platziert. Als Erstes nahm jedoch „Fuchsi“, einer der drei Silberfüchse, die sich das Gehege im Tierpark mit Max teilen, eine kleine Kostprobe. Vorwitzig schleckte sie die Sahne von der Torte, bis Max schließlich gemächlich zu seinen Geschenken gelaufen war - dann nahm sie doch lieber Reißaus.

Für einen Braunbären sind 30 Jahre ein stolzes Alter, das sie in der freien Wildbahn kaum erreichen. Und deswegen hatten sich Tierpark-Leiter Herbert Linnemann und die Tierpfleger für Max' runden Geburtstag etwas Besonderes ausgedacht.

Ein Schokokeks für Max

„Am besten dürften ihm wohl der Biskuitboden und die Früchte schmecken“, vermutete Andrea Günnemann, die für das Bärengehege in Olderdissen verantwortlich ist. Mit Himbeeren, Blau- und Brombeeren hatte sie die Torte verziert, die Max als erstes genüsslich verputzte.

Dann knöpfte er sich das große Paket vor, in dem seine feine Nase ebenfalls Schmackhaftes erschnuppert hatte. Zwischen Heu hatten Andreas Günnemann und Maren Walker darin eine Extraportion an Trockenfutter-Brocken platziert - und ausnahmsweise einen Schokokeks.

Rabea Giersch von der Stiftung der Sparkasse Bielefeld (von links), Revierpflegerin Andrea Günnemann, Tierpflegerin Maren Walker und Tierpark-Chef Herbert Linnemann mit den Geschenken, die sie für Max vorbereitet hatten.  Foto: Hendrik Uffmann

Auf sein Gewicht achten muss Max jedenfalls nicht - oder höchstens in die andere Richtung im Vergleich zu Menschen. Denn für seine Winterruhe muss er sich im Herbst eine ordentliche Fettschicht anfressen. Gut 20 Kilogramm Futter stehen dann täglich auf seinem Speiseplan. Bis zu  350 Kilogramm bringt der Bär dann auf die Waage, „im Frühjahr sind es dann noch um die  270 Kilo“, sagt Chef-Tierpfleger Markus Hinker.

Denn der Winterspeck, den er sich   angefressen hat, lagert der Bärenkörper als sogenanntes braunes Fett ab, erklärt Hinker. „Und daraus kann er dann direkt Energie zehren. Bei Menschen lagert sich hingegen weißes Fett ab, sodass zunächst Muskelmasse abgebaut wird und nicht dieses Fett.“

Mehr über den Tierpark Olderdissen in Bielefeld gibt es auf unserer Sonderseite.

Kurze Ausflüge, dann wieder zurück in die Höhle

Ganz in Winterruhe legt sich Max jedoch nicht. Seine Ausflüge in das Außengehege sind allerdings gerade jetzt, wo es nasskalt ist, meist sehr kurz.

„Für den Rest des Tages wird er sich jetzt wieder hinlegen“, sagt Andrea Günnemann, nachdem Max seine Torte und den Inhalt des Geschenkpakets aufgefressen hatte.  Und auch im Winter bekommt er täglich eine kleine Mahlzeit – auch, um ihm die Medikamente zu verabreichen, die er zur Linderung seiner Arthrose regelmäßig erhält.

Als erstes stibitzte  Silberfüchsin „Fuchsi" die Sahne von der Geburtstagstorte. Foto: Hendrik Uffmann

Die Braunbärenanlage in Olderdissen hatte die Stiftung der Sparkasse den Bielefeldern im Jahr  2000  geschenkt. Der Bau hatte damals etwa zwei Millionen D-Mark gekostet. Auch die   laufenden Kosten von etwa  66.000 Euro jährlich übernimmt die Stiftung, die ein Dauernutzungsrecht   für die 3500 Quadratmeter große Anlage bis  2030 hat.

2015 finanzierte die Sparkassen-Stiftung außerdem das neue Silberfuchsgehege, das mit dem Bären-Revier verbunden ist. So können die Füchse ungehindert auf die Bärenfläche. „In der freien Wildbahn würden die beiden Arten auch im selben Revier leben“, so Markus Hinker.

Max soll alleine im Bärengehege bleiben

Max kam im August 2000 zusammen mit seiner Mutter Alma aus dem Zoo Staßfurt in der Nähe von Magdeburg nach Bielefeld. Dort gab es nicht ausreichend Platz für die großen Tiere.  2007  musste Alma eingeschläfert werden, weil sie Krebs hatte. Bärin Jule, die daraufhin in Olderdissen einzog, war dann überraschend im vergangenen August gestorben, sie wurde allerdings 32 Jahre alt.

Seit dem lebt Max allein in der Bärenanlage. Und das soll so bleiben, bis auch er eines Tages stirbt.

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