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Zahlreiche Menschen ziehen durch die Innenstädte

Ostermärsche: »Abrüsten statt aufrüsten«

Bielefeld/Düsseldorf (WB/dpa/epd). Gut 1000 Menschen haben am Samstag am Ostermarsch durch die Bielefelder Innenstadt teilgenommen. »Abrüsten statt aufrüsten« lautete ihre zentrale Forderung. Auch in weiteren Städten in NRW sind Menschen durch die Innenstädte gezogen.

Auf dem Jahnplatz fand eine Kundgebung im Rahmen des Bielefelder Ostermarsches statt. Foto: Sabine Schulze

15.000 Nuklearwaffen auf der Welt seien eine Bedrohung, sagte Rednerin Anke Unger,

Geeschäftsführerin des Deutschen Gewerkschaftsbundes OWL, bei der Abschlusskundgebung auf dem Jahnplatz. Sie forderte, dass Deutschland den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen unterzeichne. Auch die Bielefelder Ärztin Dr. Angelika Claußen, Europa-Präsidentin der Internationalen Ärzte zur Verhütung des Atomkriegs, verlangte, dass nicht mehr in Rüstung, sondern in zivile Projekte wie sozialen Wohnungsbau, öffentlichen Verkehr oder den Kohleausstieg investiert werde. Denn die größte Bedrohung für das 21. Jahrhundert sei die Klimakatastrophe.

Hunderte Menschen nehmen an verschiedenen Ostermärschen teil

Hunderte Friedensaktivisten haben am Karsamstag bei schönstem Sommerwetter die diesjährigen Ostermärsche auch in weiteren Staädten in Nordrhein-Westfalen fortgesetzt. Kundgebungen gab es unter anderem auch in Bonn, Neuss, Wuppertal, Münster, Gütersloh, Paderborn, Herford, Hagen, Siegen und Gummersbach. Zur Hauptkundgebung in Düsseldorf trafen sich laut Polizeiangaben 600 Menschen - die Aktivisten sprachen von etwa 1000.

Bereits am Vormittag waren nach Angaben des NRW-Sprechers der Deutschen Friedensgesellschaft über 300 Demonstranten in Duisburg marschiert. Andere Beobachter nannten teilweise etwas geringere Zahlen von bis zu 250 Aktivisten.

Dies war der Auftakt zum dreitägigen Ostermarsch Rhein-Ruhr. Bundesweit ist das laut Organisatoren der längste Ostermarsch. Die Bewegung geht für Frieden und Abrüstung und ein Verbot von Atomwaffen auf die Straße. In Köln zählte die Polizei allerdings nur etwa 60 Teilnehmer.

Startpunkt der Ostermärsche 2019 in NRW war am Karfreitag die Kundgebung von etwa 250 bis 300 Atomkraftgegnern und Friedensbewegten vor der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau.

Die Ostermarschbewegung entstand vor gut 60 Jahren in England. In Deutschland fand 1960 der erste Ostermarsch statt. Auf dem Höhepunkt der Friedensbewegung demonstrierten in der Bundesrepublik Hunderttausende gegen den Vietnam-Krieg oder die Nato-Nachrüstung. In den vergangenen Jahren beteiligten sich bundesweit jeweils einige tausend Kriegsgegner an den Osterdemonstrationen.

Am Sonntag werden die Ostermärsche unter anderem in Essen, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Herne und Bochum fortgesetzt. Die Aktionen enden am Ostermontag.

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