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Positive Entwicklung in der Region - Folgen des Ukraine-Kriegs noch nicht absehbar

OWL-Arbeitsmarkt: Weniger Arbeitslose als vor Corona

Bielefeld/Nürnberg

Die Corona-Pandemie hinterlässt nur noch wenige Spuren auf dem Arbeitsmarkt – bundesweit wie auch in OWL. Der Angriff Russlands auf die Ukraine bringt jedoch neue Unsicherheiten.

Von Oliver Horst und dpa

Mehr Menschen haben wieder einen Job. In Ostwestfalen-Lippe wurden im Februar sogar schon weniger Arbeitslose gezählt als im Vor-Corona-Monat 2020. Foto: Axel Heimken/dpa

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Februar gesunken, ebenso die der Anzeigen auf Kurzarbeit. „Die Arbeitsmarktlage ist gut“, sagte der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Detlef Scheele, am Mittwoch in Nürnberg. „Allerdings ist in den aktuellen Indikatoren der Krieg in der Ukraine noch nicht abgebildet.“ Mögliche Folgen seien im Moment nicht absehbar.

2,428 Millionen Menschen waren im Februar in Deutschland arbeitslos – 34.000 weniger als im Januar und 476.000 weniger als im Februar 2021. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 5,3 Prozent. Zum Vergleich: Im Februar 2020, also vor Beginn der Corona-Krise, hatte die Zahl der Arbeitslosen noch um etwa 32.000 niedriger gelegen als heute.

Nur noch ein geringer Corona-Effekt spürbar

In Ostwestfalen-Lippe indes wurden im Februar sogar schon weniger Arbeitslose gezählt als im Vor-Corona-Monat 2020. In der Region gelten aktuell 58.287 Menschen als arbeitslos, im Februar 2020 waren es 59.436, im vom Lockdown geprägten Februar 2021 sogar rund 70.000. Um fast 20 Prozent höher als vor der Pandemie liegt mit knapp 26.000 derweil die Zahl der Langzeitarbeitslosen in OWL. Andererseits ist das Angebot an offenen Stellen weiter gewachsen. Allein im zurückliegenden Monat wurden in der Region rund 5000 unbesetzte Jobs neu gemeldet, der Gesamtbestand erhöhte sich auf den Rekordwert von 26.424 – das sind fast 8000 offene Stellen mehr als in den beiden Vorjahren. Die Arbeitslosenquote in OWL liegt nun bei 5,1 Prozent – vor Jahresfrist waren es 6,2 Prozent.

Es sei nur noch ein geringer Corona-Effekt spürbar, sagt Scheele. Die Zahl der gemeldeten Stellen liege auch bundesweit inzwischen in fast allen Branchen über dem Vor-Corona-Niveau von vor zwei Jahren. Auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten habe zugelegt – allein in der Industrie habe es keinen Zuwachs gegeben, was unter anderem auf den Strukturwandel und Rohstoffknappheit zurückzuführen sei.

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs erst in der nächsten Monatsstatistik

Der Stichtag für die aktuellen Daten war der 14. Februar – also noch vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Dessen Auswirkungen könnten sich deshalb erst in der nächsten Monatsstatistik zeigen, erläutert Scheele. Fachleute erwarten, dass der Krieg im Osten Europas die sich erholende Konjunktur in Deutschland ausbremsen wird. Die Folgen der Sanktionen gegen Russland seien schwer abzuschätzen, sagt Scheele. Es könnte zum Beispiel zu Versorgungsengpässen bei Rohstoffen wie seltenen Erden und Aluminium kommen, was einzelne Branchen treffen werde. Es werde kein flächendeckendes Problem wie während der Corona-Pandemie oder der Finanzkrise. „Diesen Firmen können wir mit dem Kurzarbeitergeld helfen“, erklärt Scheele. „Wir hoffen, dass sich das innerhalb weniger Monate relativiert.“

Die Kurzarbeit in Deutschland war zuletzt weiter zurückgegangen. Nach den vorläufigen hochgerechneten Daten wurde im Dezember für 614.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt.

Offen ist nach Angaben Scheeles zurzeit, welche Unterstützung die Geflüchteten aus der Ukraine in Deutschland erhalten sollen – Grundsicherung oder Asylbewerberleistungen. Die Jobcenter und Arbeitsagenturen seien vorbereitet und könnten auf die Erfahrungen aus der Flüchtlingswelle 2015/16 aufbauen.

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