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Carolinen und Christinen investieren – Germete setzt auf die Maus

OWL-Brunnen in der Offensive

Bielefeld/Warburg/Löhne (WB). Die großen ostwestfälischen Mineralwasserbrunnen setzen im Wettbewerb auf Millioneninvestitionen und prominente Markenbotschafter. Die beiden Bielefelder Unternehmen Wüllner mit der Marke Carolinen und Gehring-Bunte mit Christinen haben jeweils Millionensummen in neue Abfüllanlagen gesteckt. Die Warburger Germete-Quellen machen Werbung mit der Maus.

Oliver Horst und Hendrik Uffmann

Guido Grebe, Alleingeschäftsführer von Gehring-Bunte (»Christinen«).

Fünf Mineralwasserbrunnen aus OWL finden sich unter den führenden 40 Herstellern in Deutschland. Als Nummer zwei der Branche auf Umsatzbasis gilt einer Aufstellung des Fachblatts »Lebensmittelzeitung« zufolge hinter der Mitteldeutschen-Erfrischungsgetränke-Gruppe die Hansa-Heemann AG mit einem Werk in Löhne. Direkt dahinter folgt die Schäff-Gruppe, zu der seit 2016 auch Germete in Warburg gehört. Als bedeutende Markenwasserhersteller rangieren Wüllner auf Platz 13 und Gehring-Bunte auf 21. Der Bad Meinberger Mineralbrunnen wird auf Platz 36 geführt.

Vor allem die Markenhersteller setzen verstärkt auf die Glasflasche. Wüllner hat am Freitag eine neue Abfüllanlage in Betrieb genommen, die pro Stunde 30.000 Flaschen befüllen kann und dabei sparsam ist. »Durch effizientere Antriebe, Computertechnik und die Nutzung der Abwärme der Flaschenreinigungsmaschine spart die Anlage 35 Prozent Energie und 50 Prozent Wasser ein«, erklärt Geschäftsführer Maik Ramforth-Wüllner. Insgesamt 12,5 Millionen Euro investiert der Carolinen-Hersteller in die neue Abfüllanlage – davon 7,5 Millionen für den Maschinenpark und fünf Millionen Euro für den Bau der Halle am Hauptsitz, an dem nun alle Anlagen konzentriert sind.

Glasflaschenanteil von 40 Prozent

Der Anteil an Glasflaschen macht bei Wüllner etwa 30 Prozent aus. »Das hätte vor zehn Jahren niemand gedacht. Die neue Anlage kommt fast ein Jahr zu spät, weil wir kaum noch gegen die Nachfrage ankommen«, sagt Gesellschafterin Heike Wüllner. Die Glasabfüllanlage ist Teil des Nachhaltigkeitskonzepts des Unternehmens. Das hat, wie berichtet, vor kurzem die Bio-Mineralwasser-Zertifizierung erhalten.

Mit einem Glasflaschenanteil von 40 Prozent liegt Gehring-Bunte noch deutlicher über dem Branchenschnitt, der sich bei etwa 18 Prozent bewegt. Der Christinen-Hersteller hat binnen eines Jahres 15 Millionen Euro investiert, unter anderem um sechs Abfüllanlagen am Stammsitz in Bielefeld zu bündeln. Die Leergut-Problematik, mit der Wettbewerber in der zurückliegenden Hitzeperiode zu kämpfen hatten, gab es bei Gehring-Bunte nicht. »Wir haben über Jahre einen großen Bestand an eigenen Gebinden aufgebaut und sind damit unabhängiger«, sagt Geschäftsführer Guido Grebe. Um die Lieferfähigkeit in Stoßzeiten weiter zu steigern, werde in diesem Jahr noch ein Hochregallager gebaut. Auch dank der Witterung liege Christinen bislang deutlich über dem Vorjahresabsatz. Auch die Zahl der Mitarbeiter solle von derzeit 143 weiter erhöht werden.

Derweil will Germete ein neues Absatzfeld erobern: Mit der Maus aus der gleichnamigen TV-Sendung soll ein Durstlöscher für Kinder werbeträchtig im Markt positioniert werden.

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