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Luttergrünzug: Spielplatz an der Lohkampstraße soll bleiben – Politiker einigen sich

„Parkanlage statt Transitraum“

Bielefeld (WB). Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD) hätte die Sondersitzung der Bezirksvertretung Mitte wohl am liebsten geschlossen, ohne dass ein Beschluss zur Neugestaltung eines Jugendortes im Luttergrünzug gefasst worden wäre. Franz schlug eine Verschiebung auf die reguläre Sitzung am 23. Januar vor. Weil aber CDU, Grüne und Linke teilweise in ihren Vorschlägen einig waren, einigten sich die Politiker während einer Sitzungsunterbrechung doch noch auf einen – immerhin einstimmigen – Beschluss.

Burgit Hörttrich

In einem ersten Bauabschnitt soll der Kinder- und Jugendort entlang der Bahngleise entstehen. Die geplante Baumreihe wird aber zurück gestellt, der Spielplatz an der Lohkampstraße bleibt auf Wunsch der Politik erhalten. Bild: Umweltbetrieb, WB-Grafik: Christina Büscher Foto:

Votiert wurde nur für die Neugestaltung des Jugendortes parallel zum Bahndamm. Die Baumreihe, die vom Umweltbetrieb zwischen Kleinspielfeldern und Spielbereich geplant ist, wurde vom Beschluss ausgenommen. Gleichzeitig soll der heutige Spielplatz an der Lohkampstraße, der eigentlich wegfallen sollte, erhalten bleiben. – Wunsch auch der Anlieger.

Lutterpark soll komplett neu geplant werden

Der zweite Bauabschnitt, der Lutterpark, soll komplett neu geplant werden. Die CDU kritisierte die geplante Wegeführung, dass die vorhandene Allee fallen sollte und eben die Aufgabe des vorhandenen Spielplatzes. Jan-Helge Henningsen (CDU) appellierte an die Kompromissbereitschaft des Umweltbetriebes: „Dann machen Sie doch um Himmels willen zwei Spielplätze.“ Hartmut Meichsner (CDU) wies darauf hin, dass der neue Spielplatz mit nur drei Spielgeräten ausgestattet werden solle, der vorhandene aber über zehn verfüge.

Der Luttergrünzug ist Teil des „Grünen Bandes“, das in der Innenstadt beginnt und sich dann parallel zur Bleichstraße hinzieht. Bereits im fertig gestellten Teil gibt es mehrere Spielplätze, auch solche mit ungewöhnlichen „Geräten“ wie etwa den „Gemüsegarten“. Der Jugendort soll zwischen den Stauteichen I und II in Höhe der Rußheide entstehen.

Entlang der Bahnlinie sehen die Planungen Calisthenics-Anlagen vor, allerdings solche „von der Stange“, anders als auf dem Kesselbrink, eine Kletterwand, Kleinspielfelder und einen Kinder-Spielbereich. Die Wiese an der Lutter soll Ruhe- und Verweilzone sein.

Verwaltung drängt auf einen Beschluss

Die Verwaltung drängte auf einen Beschluss, weil sonst Fördergelder verloren gehen könnten; man müsse bis Ende 2021 fertig sein. Die Fördergelder (738.000 Euro) sowie weitere 140.000 Euro aus einem Nachlass sollen dafür sorgen, dass die Nettoinvestition für den Jugendort im Grünen nach Verwaltungsangabe bei 0 Euro liegen soll. Die Folgekosten würden sich für Grünunterhaltung und Verwaltung auf jährlich rund 28.000 Euro summieren.

Finanziert ist erst dieser Teilbereich, für den sogenannten Lutterpark liegt noch keine Förderzusage vor.

Gerald Gutwald (Grüne) merkte an, dass Fördermittel nicht um jeden Preis ausgegeben werden müssten, wenn die Planung unzureichend sei. Umweltplanerin Dagmar Maaß kämpfte für den Entwurf ihrer Behörde: „Wir wollen aus einem Transitraum einen Park machen.“

Eigentlich sollte den Plänen bereits im Dezember zugestimmt werden, dagegen hatte sich die CDU gewehrt, weil die Bürger noch nicht gehört worden waren. Deren Kritik und Anregungen wurden inzwischen gesammelt und fließen, so versprach es Margret Stücken-Viernau, Leiterin des Umweltbetriebes, „teilweise in die Planungen mit ein.“

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