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Bielefelder Dezernent: Parkhäuser an der Peripherie würde Zentrum entlasten

Park+Ride an allen Endstationen

Bielefeld (WB). Park+Ride-Parkhäuser mit deutlich über 1000 Stellplätzen zu bauen, schlägt Dezernent Gregor Moss vor. Auf diese Weise soll die Anzahl der Fahrten in die Innenstadt reduziert werden.

Burgit Hörttrich

Der vergleichsweise neue Park+Ride-Platz an der Endhaltestelle Sieker: Die Nachfrage ist um ein Vielfaches höher, als es das Stellplatzangebot hergibt. Foto: Bernhard Pierel

Wenn der „neue Jahnplatz“ Mitte des Jahres 2022 fertig ist, soll es anschließend im Idealfall dort auch weniger Autoverkehr geben. Nicht zuletzt auch deswegen, weil die Belastung der Luft zwingend unter den Grenzwerten bleiben soll, um ein komplettes Fahrverbot zu verhindern.

Als eine dauerhafte Lösung mit dem Ziel, weniger Autos in der Innenstadt zu haben, plädiert deshalb Gregor Moss, Beigeordneter für Stadtentwicklung und Mobilität, dafür, an möglichst vielen Endhaltestellen der Stadtbahnlinien große Parkhäuser zu bauen.

Straßen werden zugeparkt

Wenn der Jahnplatz voraussichtlich ab Juli für zwei Jahre umgebaut wird , müssen sich laut Prognose des Amtes für Verkehr 11.000 Kraftfahrzeuge täglich eine neue Fahrstrecke suchen.

Aktuell werden auf dem Jahnplatz tagtäglich 15.500 Fahrten gezählt; 4500 werden Bus- und Lieferverkehr zugerechnet. Ein „Maßnahmenbündel“ aus Umleitungen und provisorischen Park+Ride-Plätzen soll der Ausweg während der Bauphase sein.

Zudem sehen die Ideen für die Mobilitätswende vor, auch den Parkraum im Zentrum, speziell im Straßenraum, zu verknappen.

Gregor Moss bedauert es, dass es in Bielefeld nur P+R-Plätze gibt, die eine nur kleine Zahl von Stellplätzen böten; an einigen Endhaltestellen fehlten solche Parkgelegenheiten komplett, angrenzende Straßen würden von denen zugeparkt, die mit der Stadtbahn ins Zentrum fahren würden. Selbst der größte Bielefelder P+R-Platz in Milse sei „viel zu klein“.

Moss schlägt vor, nicht zu kleckern, sondern zu klotzen: „An den Endhaltestellen oder anderen, stark frequentierten Umsteigepunkten müsste es Parkhäuser mit mindestens 1200 bis 1500 Plätzen geben.“ Würde es „nur“ vier solcher Parkhäuser geben, würden täglich bis zu 6000 Kraftfahrzeuge weniger in der Innenstadt unterwegs sein. Moss „Das ist dann schon spürbar.“ Auf diese Weise könnte man, so Moss, „Pendler aus dem Umland abfischen.“ Zum Vergleich: Das Parkhaus Joseph-Massolle-Straße (Neues Bahnhofsviertel) hat 723 Stellplätze, das Parkhaus des Loom 523, Die Tiefgarage Neues Rathaus 475.

P+R-Plätze mit Bus-Shuttle

Ideal wäre seiner Überzeugung nach ein „flächendeckendes System“, das den direkten Umstieg in Stadtbahn oder Bus attraktiv mache. Von zusätzlichen zentrumsnahen Parkhäusern hält der Beigeordnete wenig: „Die würden nur zusätzlichen Verkehr in die Innenstadt ziehen.“ Offen sei die Frage, ob Park+Ride-Anlagen auch förderfähig wären.

Während der zweijährigen Jahnplatz-Baustelle soll es Park-and-Ride-Plätze auf verfügbaren Freiflächen im Bereich „Schüco“, im Bereich des Brackweder Bahnhofs und im Bereich Lohmannshof geben, so der Vorschlag des Amtes für Verkehr. Dort denkt man zudem an P+R-Plätze mit Bus-Shuttle – etwa von der Radrennbahn ins Zentrum.

Umsteiger sollen in den Genuss eines kostenermäßigten „Baustellentickets“ kommen. Ob das allerdings klappt, ist offen. Darüber müsse man zunächst mit den Verkehrsbetrieben Mobiel reden.

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